Dankbarkeit im Familienleben

Sag mal danke!

Sag mal danke! Wie oft habe ich diesen Satz schon gesagt – und mich hinterher darüber geärgert, dass ich ihn gesagt habe? Eltern kennen diese Situationen. Beim Metzger kriegt das Kind ein Stück Wurst, die entfernte Tante kommt mit einer Tüte Gummibärchen oder beim Kinderarzt gibt es am Ende der Behandlung einen Lutscher. Oft nehmen unsere Kinder diese kleinen Geschenke an, freuen sich – und sagen nichts. Wir als Eltern stehen peinlich berührt daneben und versuchen unseren Kindern die gängigen Höflichkeitsfloskeln beizubringen. Ich möchte heute mal darüber nachdenken, ob es nicht Alternativen dazu gibt.

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Ähnlich wie beim Thema Grenzen setzen, geht es auch hier um die Frage, wann Kinder und Erwachsene sich als echte Personen zeigen dürfen und wann sie tradierten Vorstellungen vom „guten Benehmen“ erfüllen sollen. Die Erwiderung „Danke“ auf die Scheibe Wurst vom Metzger ist, wie ich oben angedeutet habe, zunächst einmal „nur“ eine Höflichkeitsfloskel. Wie oft sagen wir als Erwachsene zu etwas „danke“, ohne es wirklich zu meinen. Danke – wenn Tante Elfride die Zimmerpalme vorbei bringt, für die wir erstens keinen Platz haben und die bei unserem schwarzen Daumen zweitens innerhalb von wenigen Wochen eingehen wird. Danke – wenn der Nachbar uns einen schönen Tag wünscht und wir eigentlich wissen, dass wir ihm total egal sind. Danke – wenn die Schwiegermutter fünf Gläser Pflaumenmus vorbei bringt – und wir Pflaumenmus hassen. Weiterlesen

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Freitagspizza am 09.09.2016

Schon wieder ist eine Woche rum und ich verspeise meine zweite Freitagspizza mit euch im neuen Blog. Die Woche war aufregend – in vielerlei Hinsicht.

Zum einen hat diese Woche endlich meine Ausbildung begonnen. Zusammen mit 13 anderen Frauen mache ich mich von nun an auf den spannenden Weg zur Eltern- und Familienberaterin. Ich freue mich wahnsinnig darüber und werde sicher noch ausführlicher berichten.

Als ich am Sonntag auf die kommende Woche geschaut habe, hatte ich  Zweifel, dass ich alle anfallenden Aufgaben erledigen kann. Noch bin ich ja zusätzlich berufstätig und mein Clan, bestehend aus zwei Omas und einem Opa, war nicht so verfügbar wie sonst. Allerdings habe ich dann gemerkt, dass es gut tut, keine hohen Erwartungen an das zu haben, was in so einer Woche funktionieren muss – denn dadurch wurde alles recht entspannt und so wurde es eine Familienwoche mit Wald- und Freibadbesuch, wenig Hausarbeit und viel Sonne.

Nachgedacht habe ich dabei viel übers Bloggen und über Wertschätzung, Respekt und andere Meinungen. Nach meinem Schrei-Artikel vom Mittwoch hatte ich auf einmal das Gefühl, zukünftig ein dickes Fell zu brauchen. Denn danach habe ich nicht nur positive Reaktionen erfahren, sondern auch unerwartete Ablehnung. Dagegen muss ich mich abschotten, dachte ich. Aber dann habe ich an die erste Sitzung meiner Ausbildung gedacht und daran, dass wir genau das nicht tun sollten – Mauern um uns bauen. Wir sollten anderen Meinungen und anderen Ansätzen nicht aus dem Weg gehen, sollten im Kopf nicht verurteilen, sondern offen bleiben und neugierig. Die Auseinandersetzung suchen, Ansichten zur Diskussion stellen, die eigene Haltung bewahren, aber die andere wertschätzen. Ufff – das klingt so gar nicht einfach – und doch erscheint es mir ungemein wichtig. Gerade wenn es darum geht, dem Wahnsinn dieser Welt entgegen zu treten, müssen wir bei uns anfangen. Anfangen mit dem Aushalten, anfangen mit dem Diskutieren. Anfangen mit dem Wertschätzen und anfangen aufeinander zu  zugehen, statt wegzurennen.

Wir möchten, dass Menschen unterschiedlichster Religionen und Kulturen einander anhören und respektieren. Wie können wir das erwarten, wenn Freundinnen sich aufgrund von unterschiedlichen Vorstellungen von Tischmanieren entzweien? Wenn Nachbarn übers Familienbett streiten? Wenn Mütter wegen ihrer unterschiedlichen Wege des Trockenwerdens übereinander herfallen? Nein – ich will das nicht. Ich will meine Haltung bewahren, zu mir und meinen Ansichten stehen – aber ich möchte offen bleiben und offenen Menschen begegnen.

So – und dann hatte ich euch noch Pizza von Grill versprochen und die gibt es jetzt.

Anders als bei unserer Ofenpizza machen wir hier kleine, runde Pizzen, die sich jeder nach seinem Geschmack belegen kann.

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Vorbereitet werden die Pizzen auf einem kleinen Blech, das die gleiche Größe wie der Pizzastein hat. Das ist praktisch, weil wir so sicher gehen können, dass unsere vorbereiteten Teigfladen auch gleichzeitig auf den Stein passen.

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Unten seht ihr, wie sie aussehen, wenn der Grill mit ihnen fertig ist, was meist nur einige Minuten dauert. Der Teig wird unschlagbar gut. Der Käse verkrustet nicht so stark wie im Ofen, verläuft aber wunderbar und wir mögen ihn so sogar etwas lieber.

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Heute gibt es noch einmal meine allerliebste Sommerkreation: Auberginenpizza mit Ricotta, Pesto und getrockneten Tomaten.

Ich freue mich auf ein (diesmal wirklich letztes?) schönes Sommerwochenende und wünsche euch eine tolle Zeit. Habt Spaß, Entspannung und hört einander zu .

Eure Daniela