Anstrengende Abendstunden

Wenn die Eltern eine Pause brauchen

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Ich glaube, das kennen wir alle. Die Zeit, die wir in unseren Köpfen als „Feierabend“ definiert haben, ist längst rum – und wir schieben Überstunden. Überstunden am Kinderbett. Weil die Kinder noch Durst haben, Hunger, Angst vor Monstern oder einfach nicht allein sein wollen. Weil sie weinen, ohne das wir den Grund wirklich erkennen können. Weil sie uns immer wieder rufen oder alle paar Minuten im Wohnzimmer stehen, um uns zu sagen, dass sie nicht einschlafen können. Manchmal geben wir uns der Phantasie hin, diese Zeit sei vorbei, weil sie schon fünf sind oder sieben – oder zehn – und weil es vielleicht mal ein paar Monate lang nicht so war. Doch dann kommt es wieder. Manchmal für uns aus heiterem Himmel. Wir verstehen nicht, warum sie uns auf einmal wieder brauchen, während sie tagsüber doch so selbstbewusst ihre Wege gehen. Vielleicht ist das aber, genau das, der Grund, warum sie sich abends auf einmal wieder nach Nähe sehnen. Nach einer Hand, die ihnen übers Haar streichelt und flüstert, dass alles gut wird. Nach einem Arm, in den sie die unverarbeiteten Erlebnisse des Tages weinen können. Nach einem Ohr, das zuhört, wenn plötzlich alles aus ihnen heraus bricht, was sie tagelang nicht erzählen wollten. Manchmal ist es auch subtiler. Es scheint keinen Grund zu geben. Sie haben nichts zu erzählen, nichts zu beweinen und suchen dennoch unsere Nähe. Wollen unsere warmen und Sicherheit gebenden Körper neben sich beim Einschlafen. Wollen, dass wir ihre Hände halten oder kommen einfach immer wieder runter, um uns zu sehen und sich zu vergewissern, dass wir noch da sind und ihre Welt noch steht. Weiterlesen

Freitagspizza am 13.01.2017

….oder wie ich einmal einen Tag nach nur zwei Stunden Schlaf überlebte.

Kurze Nächte, die kennen wir alle und irgendwie haben wir und unsere Körper einen Weg gefunden, damit fertig zu werden. Nächte aber, die von halb fünf bis halb sieben dauern, sind auch für mich (zum Glück) sehr selten. Tage, die auf solche Nächte folgen, sind eine besondere Herausforderung. Nicht nur ich bin nämlich aus der Spur, sondern auch das Kleinkind, dem auch Schlaf fehlt. Zwischen Hausaufgaben, Mittagessen und Spielbesuch bleibt nicht viel Zeit zum Ausruhen. Was ich brauche, sind kleine Oasen und Kreativzeit mit den Kindern.

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Was ich noch mehr brauche, dass es Abend wird.

Noch eine Pizza mit Meeresfrüchten, eine Kuschelrunde…Und dann darf der Tag enden.

Freitagspizza am 16.09.2016

Ich bin grummelig, ihr Lieben! Hinter mir liegen total anstrengende Tage. Diese Woche musste ich noch einmal Fortbildung mit Arbeit, Arbeit mit Kindern, Kinder mit Hobbys, Hobbys mit Ehrenamt und Ehrenamt mit Fortbildung vereinbaren. Das Ganze passenderweise zum Teil ohne Großeltern – und noch viel besser – ohne Mann. Der ist nämlich auf dreitägiger Dienstreise und kommt heute mit viel Glück pünktlich zum Abendessen zurück. Ich bin müde, müde und geschafft. Die letzten Nächte waren eher bescheiden und die Tage, naja, lang halt. Zusammen mit der Sonne hat sich auch meine Euphorie der letzten Wochen irgendwie verkrümelt. Während ich in den letzten Tagen noch wahnsinnig viel Elan hatte und mir dadurch gleich mal noch ein riesen Projekt aufgehalst habe (Organisation eines Kinderfestes – in drei Wochen – ist doch kein Ding, oder?), könnte ich heute einfach nur ins Bett fallen und mir die Decke über den Kopf ziehen. Aber eigentlich nicht mal das, denn mein Rücken tut auch noch weh. Wo ist das „nicht-mein-Tag“ Schild, wenn man es mal braucht?

Diese anstrengende Woche stand ansonsten ganz im Zeichen von Abschied und Neubeginn. Meine Fortbildung hat zum zweiten Mal stattgefunden und ist immer noch toll und ich war das letzte Mal im Büro. Ich habe mit den Kolleginnen und Kollegen Zwetschgen- und Apfelkuchen gegessen, bin toll beschenkt worden und habe unglaublich viele liebe und wertschätzende Worte mit auf den Weg bekommen. Ich habe festgestellt, dass es gut tut, dass ich diesen Schritt freiwillig gegangen bin und das sich nicht auf den Tag gewartet habe, an dem all meine Verträge ausgelaufen und all meine möglichen Jahre in der Wissenschaft aufgebracht sind. So konnte ich ganz unbefangen, fröhlich und ohne bittere Gefühle gehen, ohne enttäuschte Erwartungen und ohne Verzweiflung und Leere. Ich kann allen, die in diesem Zirkus perspektivlos festhängen nur empfehlen, sich irgendwann zu lösen.

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Verabschiedet haben wir uns auch vom Sommer. Wir haben ihn noch einmal richtig ausgekostet in den letzten Tagen, haben versucht jeden Sonnenstrahl festzuhalten und zu speichern. Ich kam mir vor wie die kleine Maus Frederick, die nicht arbeitet, sondern Sonne, Farben und Wörter für die grauen Wintertage sammelt. Der Haushalt blieb Haushalt, das Abendessen fand auf der Picknickdecke statt und jeden Abend hatte ich nasse, dreckige, glückliche Kinder unter der Dusche stehen.

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Jetzt darf er gern gehen, dieser wunderschöne Sommer und dem Herbst Platz machen. Ich freue mich auf Trauben, Strumpfhosen, Stiefel (ich brauche neue, übrigens), Tee, Fernsehabende im Keller und den Bücherstapel, der neben meinem Bett bereit liegt.

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Welche Pizza wir heute essen, das kann ich bisher nur orakeln. Mein Mann hängt noch irgendwo auf der Autobahn fest, die Kinder gehen noch zum Schwimmen und mein Nervenkostüm ist jetzt schon nicht mehr sonderlich belastbar. Eigentlich wäre ein guter Tag, um die restlichen Tomaten von draußen zu ernten und die Paprika – aber vielleicht kommt unsere Pizza heute auch einfach mal wieder vom Italiener um die Ecke.

Schreien lassen: Im Zweifel nie!

Warum wir nicht gegen unsere Instinkte arbeiten müssen.

„Gott spricht, ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Jesaja 66,13

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Bevor ich selbst Mutter wurde, war ich bereits längere Zeit in einem Frauenforum unterwegs. Neben mir gab es dort eine Menge Frauen, die bereits selbst Mütter waren und sich über dieses und jenes aus ihrem Alltag austauschten. Immer wieder sorgte ein Thema für erhitzte Gemüter, nämlich die Frage, ob Babys sich nachts selbst beruhigen lernen sollten oder ob sie getröstet werden dürfen. Ich fand diese Diskussion befremdlich.  Bis dato kannte ich nämlich nur eine andere Person, die tatsächlich der Meinung war, Babys müssten lernen, sich selbst zu beruhigen:  Jack Byrnes. Weiterlesen