Ein neues Herz – für unsere Kinder

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Hesekiel 36,26)

20170126_150907

Das neue Jahr begann damit, dass ich mich extrem verkatert fühlte. Das lag nicht etwa an einer zu exzessiven Feier am Vortag oder gar dem übermäßigem Genuss von Alkohol (ich glaube, ich habe es auf etwa 0,2 l Weißwein gebracht), sondern an einer fetten Erkältung, die sich um meinen Kopf herum festgesetzt hatte, zu wenig Schlaf und allgemeiner Kollerstimmung sofort nach dem Aufwachen.  Weiterlesen

Achterbahn

Gedanken und Gefühle fahren Achterbahn.

Ich bin wütend: Wütend auf die Menschen, denen das Leben anderer Menschen so wenig wert ist, dass sie töten.  Wahllos, grundlos. Ohne zu sehen, dass dort Mütter, Väter, Kinder, Freunde oder Großeltern stehen. Jeder davon hätte mein Angehöriger oder Freund sein können oder der des LKW-Fahrers.

Ich bin wütend, über all die dummen Kommentare im Netz. Über den Mangel an Empathie und Menschlichkeit. Über das Instrumentalisieren der Opfer. Über rechte Dummköpfe. Weiterlesen

Lass Liebe auf uns regnen

Als Eltern ein Paar bleiben


Laß Liebe auf uns regnen,
Laß es gießen und uns segnen
Laß uns immer neu begegne
Laß es immer, laß es immer so sein.
(Reinhard Mey, Lass liebe auf uns regnen)

Ja, ja, ich weiß. Reinhard Mey, ist jetzt wahrscheinlich nicht das, was die meisten von euch den ganzen Tag über laufen haben. Aber ab und zu höre ich persönlich ihn ganz gerne. Seine Texte bewegen mich häufig und immer wieder finde ich etwas bei ihm, was mich zum Nachdenken und ins Schreiben bringt.

hochzeit-standesamt-054

Lass Liebe auf uns regnen, lass es gießen und uns segnen, lass uns immer neu begegnen, lass es immer so sein. Dieser Text rührt mich. Besonders, weil man in der ersten Strophe des Liedes erfährt, dass es dabei nicht etwa um ein frisch verliebtes Paar geht, sondern um ein Silberpaar – um zwei Menschen, die sich 25 Jahre lieben. Die sich versprochen haben, mit einander alt zu werden und die es nun bald sind – und nun bittet der Mann die Frau, mit ihm noch älter zu werden. Weiterlesen

Liebe, Liebe und nochmal Liebe

Wenn Angst und Zweifel sprachlos machen

Irgendwie war er holprig dieses Jahr, der Start in unseren so lange ersehnten Sommerurlaub. Es begann schon am Vorabend. Statt mich schlaflos vor Vorfreude im Bett hin und her zu wälzen, starrte ich die halbe Nacht ängstlich auf mein Handy und betete, Gott möge diesem Wahnsinn ein Ende bereiten. Nur achtzig Kilometer entfernt von dem Ort, an dem wir unseren ersten Zwischenstopp machen wollten, tobte ein, zu dieser Zeit noch namenloser, Schrecken. Es war die Nacht vom 22. auf den 23. Juli und noch wusste man nicht, wie sich die Lage in und um München in den nächsten Stunden entwickeln würde.

Am nächsten Morgen war ich übernächtigt und bedrückt. Ich wusste nicht wohin mit meinen Emotionen, meiner Angst, meinem Mitgefühl, meiner Trauer darüber, was an jenem Abend geschehen war. Mit Entspannung auf Knopfdruck tue ich mich seit jeher schwer und so brauche ich immer einige Tage, bis ich von Alltag auf Urlaub umschalten kann. Doch diesmal war es besonders schlimm. Ich war außerstande, die Bedürfnisse meiner Kinder wahrzunehmen und angemessen auf sie zu reagieren. Kleinigkeiten eskalierten und ich hatte das Gefühl, dass die Situation mir entglitt. Ich fühlte mich unfähig, hilflos und versagend. Ich hatte Zweifel – Zweifel an meiner Rolle als Mutter, Zweifel an uns als Familie, Zweifel an unserem Weg. Hatten wir bisher die richtige Art gewählt, unsere Kinder ins Leben zu begleiten? Waren wir zu mild? Zu inkonsequent? Hatten wir unsere Kinder mit unserem Fokus auf Bindung und Beziehung gar verzogen? Hatte ich mir das ganze Desaster selbst eingebrockt und vor allem – was dachten die Menschen um mich herum über uns? Auf einem Campingplatz ist man ähnlich privat unterwegs, wie auf Facebook – jeder bekommt alles von einem mit. Jeder kindliche Wutanfall, jede mütterliche Entgleisung, jeder chaotische Abend findet auf dem Präsentierteller statt. Zumindest fühlte es sich für mich so an.

Die Zweifel loslassen

Einige Tage später verblassten die anfänglichen Schwierigkeiten langsam und die Schönheit der Südtiroler Berge hatte mich in ihren Bann gezogen. Ich war angekommen – angekommen im Urlaubsort und wieder angekommen bei mir. Das Gepäck, das ich zum Urlaubsstart mit mir herumgetragen hatte, war in den ersten Tagen nicht leichter geworden. Auf München folgte Ansbach und irgendwann dazwischen ereilte mich die Nachricht vom Selbstmord eines Bloggerkollegen, mit dem ich wenige Tage zuvor auf Twitter noch heiß diskutiert hatte. Eine ungewöhnliche Schwere und lag über diesen Sommertagen, doch nach und nach konnte ich sie loslassen. Mit ihr schwanden auch die Zweifel und machten Platz für eine große Gewissheit. Ja – wir waren auf dem richtigen Weg. All die schrecklichen Ereignisse der letzten Tage und Wochen bedurften nur einer Antwort: Liebe. Weiterlesen