Christlich Erziehen: Authentizität und Vertrauen

Wenn wir Kinder ins Leben begleiten – was ich persönlich einen viel schöneren Gedanken finde, als sie zu „erziehen“, stellen sich uns immer wieder viele Fragen. Was wollen wir den kleinen Menschen mitgeben, auf ihrem Weg hinaus in die Welt? Wie wollen wir sie stark machen, für das, was in Zukunft auf sie wartet? Wie wollen wir sie vorbereiten auf eine Welt, in der wir heute schon nicht mehr sicher voraussagen können, was morgen passiert? Was sollen wir ihnen mitgeben in ein Leben, dass sich scheinbar täglich überschlägt?

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Das Gute sehen – ohne zu Lästern

Ich empfinde die meckerfreie Zone zugegebenermaßen als Herausforderung. Besonders, wenn es abends etwas später geworden ist und die Kinder nicht nur müder, sondern auch irgendwie aufgekratzter werden. Oder wenn wir unter Zeitdruck stehen. Oder wenn ich nicht gut auf mich geachtet habe. Ich glaube, am Ende der sieben Wochen werde ich vielleicht nicht extrem viel weniger gemeckert haben, aber ich werde hoffentlich viel gelernt haben – über mich.

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Wenn die Wand dünner wird

Von Halloween bis Totensonntag

Eigentlich wollte ich heute darüber schreiben, wie wir als christliche Familien damit umgehen können, wenn unsere Kinder am nächsten Montag Halloween feiern wollen. Ich wollte Euch eigentlich aufzeigen, wie ich dazu stehe, dass ich mit der Süßes-oder-Saures-Tradition wenig anfangen kann. Ich wollte schreiben, dass es mich Jahr für Jahr ein wenig ärgert, dass immer mehr Kinder diesen Hype mitmachen, aber die nordhessische Tradition des Clowesabends dagegen ausstirbt. Wahrscheinlich hätte ich dann für alle Menschen im Rest der Republik erklären müssen, dass Clowesabend der Brauch ist, am Abend des Nikolaustages verkleidet von Haus zu Haus zu gehen, den Menschen witzige Segenswünsche zu überbringen und dafür Süßigkeiten zu bekommen. Ich hätte berichtet, wie ich an jedem  6. Dezember trotzig eine Schüssel mit Süßigkeiten neben die Haustür stelle und warte, obwohl ich weiß, dass niemand mehr kommt und wie ich eben diesen Süßkram dann spätestens ab 21 Uhr betrübt selbst verspeise. Ich hätte dann weiter ausgeführt, warum ich Euch trotz alle dem zu einem gelassenen Umgang mit Halloween rate, hätte die Herkunft dieses Festes erklärt und Euch am Ende gebeichtet, dass ich zwar dem Süßigkeitensammeln an diesem Tag so gar nichts abgewinnen kann, mich aber unglaublich gern gruselig verkleide und auch  deshalb in den vergangenen beiden Jahren eine Gruselparty für meine Kinder geschmissen habe. Aufgrund meiner protestantischen Sozialisation hätte ich dann noch irgendwie und irgendwo das Wort Reformationstag in diesem Text unterbringen müssen, und am Ende wäre wahrscheinlich ein mehr oder weniger gelungenes Konstrukt dabei heraus gekommen, an dem sich einige gefreut und andere gerieben hätten. Weiterlesen

Erntedank mit Kindern feiern

Am nächsten Sonntag feiern wir das Erntedankfest. Dieses erste herbstliche Fest des Kirchenjahres wird in vielen Kindergärten und Schulen begangen. Auch wir in unserem Spielkreis feiern es mit ein paar kleinen Bastelaktionen und einer Andacht mit unserem Pfarrer in der Kirche. Viele Eltern würden das Erntedankfest aber auch zu Hause mit ihren Kindern gern bewusster begehen. Ich möchte euch daher heute ein paar Ideen dazu mit auf den Weg geben.

Das Erntedankfest in der Familie feiern

Bei der Feier zum Erntedank geht es darum, das wertzuschätzen, was täglich auf unseren Tisch kommt und was wir allzu oft als selbstverständlich hinnehmen. Schön ist es, wenn Kinder gerade im Spätsommer und im Herbst mitbekommen können, wie Obst und Gemüse und vielleicht sogar Getreide von den Feldern in den Supermarkt gelangen. Mit den Kindern gemeinsam etwas zu pflanzen und zu ernten, wenn man die Möglichkeit dazu hat, kann ein guter Weg sein, ihnen nahe zu bringen, wie wunderbar es ist, dass Dinge wachsen und gedeihen, aber eben auch, dass hinter jedem Apfel und hinter jeder Möhre Arbeit, Mühe und eine Portion von Gottes Segen stecken.

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Viele Kirchengemeinden sammeln in der Zeit vor dem Erntedankfest Erntegaben, die sie nach dem Gottesdienst zur Erntedankfeier an gemeinnützige Einrichtungen, wie zum Beispiel die Tafeln, weitergeben. Gemeinsam mit euren Kindern könnt ihr dafür Obst und Gemüse auswählen, dass ihr spenden wollt.

Ein gesundes Essen miteinander zu kochen, hilft Kindern ebenfalls, Lebensmittel besser wahrzunehmen. Kocht doch am Erntedankfest einmal ganz bewusst gemeinsam mit den Kindern das Mittagessen. Es muss auch nicht unbedingt ein besonderes Mahl sein, eine Kürbissuppe, ein Kartoffeleintopf oder Kartoffelpuffer mit Fallobstkompott reichen völlig aus und sind darüber hinaus gut aus saisonalen und in der Region erhältlichen Nahrungsmitteln zuzubereiten.

Spielen und basteln an Erntedank

Falls ihr diesen besonderen Tag mit Freunden und Verwandten gemeinsam verbringen wollt, ladet sie doch zum Mittagessen und anschließendem Kaffee und Kuchen ein. Die Zeit zwischen den Mahlzeiten könnt ihr mit einem Dankbarkeitsspiel überbrücken.

Dazu entwerft ihr vorab ein paar Vorlagen für Obst und Gemüse und besorgt Tonpapier in verschiedenen Farben. Jeder Mitspieler kann sich nun mithilfe der Vorlagen aus dem Tonpapier Obst und Gemüse ausschneiden. Alternativ druckt ihr einfach Obst und Gemüse zum Ausmalen aus, da können dann auch die ganz Kleinen schon mitmachen. Mit dicken Stiften schreibt dann jeder auf die Obst- und Gemüsestücke, wofür er an diesem Tag besonders dankbar ist. Das muss nicht unbedingt mit Essen oder Trinken zutun haben, sondern darf unser gesamtes Leben umfassen.

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Erntedank ist immer auch die Möglichkeit, generell über das Leben nachzudenken und wertzuschätzen, was wir geschenkt bekommen haben.