Dankbarkeit im Familienleben

Sag mal danke!

Sag mal danke! Wie oft habe ich diesen Satz schon gesagt – und mich hinterher darüber geärgert, dass ich ihn gesagt habe? Eltern kennen diese Situationen. Beim Metzger kriegt das Kind ein Stück Wurst, die entfernte Tante kommt mit einer Tüte Gummibärchen oder beim Kinderarzt gibt es am Ende der Behandlung einen Lutscher. Oft nehmen unsere Kinder diese kleinen Geschenke an, freuen sich – und sagen nichts. Wir als Eltern stehen peinlich berührt daneben und versuchen unseren Kindern die gängigen Höflichkeitsfloskeln beizubringen. Ich möchte heute mal darüber nachdenken, ob es nicht Alternativen dazu gibt.

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Ähnlich wie beim Thema Grenzen setzen, geht es auch hier um die Frage, wann Kinder und Erwachsene sich als echte Personen zeigen dürfen und wann sie tradierten Vorstellungen vom „guten Benehmen“ erfüllen sollen. Die Erwiderung „Danke“ auf die Scheibe Wurst vom Metzger ist, wie ich oben angedeutet habe, zunächst einmal „nur“ eine Höflichkeitsfloskel. Wie oft sagen wir als Erwachsene zu etwas „danke“, ohne es wirklich zu meinen. Danke – wenn Tante Elfride die Zimmerpalme vorbei bringt, für die wir erstens keinen Platz haben und die bei unserem schwarzen Daumen zweitens innerhalb von wenigen Wochen eingehen wird. Danke – wenn der Nachbar uns einen schönen Tag wünscht und wir eigentlich wissen, dass wir ihm total egal sind. Danke – wenn die Schwiegermutter fünf Gläser Pflaumenmus vorbei bringt – und wir Pflaumenmus hassen. Weiterlesen

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Sehnsucht nach Leere

Manchmal ist mein Leben voll. Reich gefüllt mit Menschen, Begegnungen, Worten, Ideen und Taten.

Manchmal ist es leer. Eine scheinbar endlose Aneinanderreihung von alltäglichen Banalitäten, ohne Tiefe, ohne Ansporn, ohne Kreativität.

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Manchmal ist mein Leben übervoll. Dann werden aus Menschen, Worten, Begegnungen und Taten kurze Sequenzen eines Filmes mit viel zu schneller Schnittfolge. Vor meinen Augen flimmert es, mein Kopf tut weh, mein Magen rebelliert. Dann möchte ich nur noch raus – raus aus diesem Film – und rein in die Leere. Weiterlesen

Neue Wege

Ihr lieben Leserinnen und Leser,

einige von Euch kennen mich schon länger, vielleicht habt ihr sogar schon mein allererstes Blogbaby mit wachsen sehen – Die Zweibeinerin und die 10ks – später unter dem Namen Kinderkram und Campingküche bekannt. Vielleicht habt ihr schon einige Freitagspizzen mit mir verspeist, vielleicht habt ihr über mein kurviges, unstetes Leben und Bloggen gestaunt. Vielleicht wart ihr dabei, als ich eine On/Off-Beziehung zu meiner Doktorarbeit führte und später auch zu meinem Blog, den ich immer mal wieder ins Sabbatical geschickt habe.

Vielleicht habt ihr mich auf Facebook entdeckt und klickt jetzt gerade mit einem genervten Augenrollen hier rein und wollt mal schauen, was ich nun schon wieder vor habe.

Vielleicht kennt ihr mich aber auch erst seit Kurzem, folgt mir auf twitter oder seid über Unvereinbarkeitsdebatte hier her gekommen und seid neugierig zu erfahren, wie ein Familienblog zu meinem politischen Geblogge von drüben passt.

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Geschichten, die das Familienleben schreibt

Nun ja – dieser neue Blog ist Teil von allem, was ihr bisher von mir kennt und wisst. Er ist ein Stück Kinderkram und Campingküche, denn darum dreht sich mein Leben noch immer. Er ist ein Ort mit Freitagspizzen und anderen schönen Ritualen aus meinem Familienalltag. Er ist aber auch der Versuch fortzuschreiben, was ich mit Unvereinbarkeitsdebatte begonnen habe – nur auf einer anderen Ebene. Ich möchte auf diesem Blog das Leben als Familie in den Vordergrund stellen und ich möchte Mut machen, sich den äußeren Anforderungen wie Bildungswahn, Vereinbarkeit und Zwangsoptimierung zu entziehen, mit denen Familien sich heute oft konfrontiert sehen. Ich möchte Euch Mut machen, Familie zu leben und Familie Raum zu geben. Weiterlesen