Die Vorschul-Pubertät

Gelassen durch die Wackelzahn-Phase

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Ein Krach, ein Bumm, ein lauter Schrei. Mein Vorschulkind sitzt weinend auf dem Boden und hält sich das Bein. Eine ihrer waghalsigen Turnübungen ging schief. Ich kniee mich vor sie und nehme sie in den Arm und sie lehnt sich schluchzend an meine Schulter.

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Ein neues Herz – für unsere Kinder

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Hesekiel 36,26)

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Das neue Jahr begann damit, dass ich mich extrem verkatert fühlte. Das lag nicht etwa an einer zu exzessiven Feier am Vortag oder gar dem übermäßigem Genuss von Alkohol (ich glaube, ich habe es auf etwa 0,2 l Weißwein gebracht), sondern an einer fetten Erkältung, die sich um meinen Kopf herum festgesetzt hatte, zu wenig Schlaf und allgemeiner Kollerstimmung sofort nach dem Aufwachen.  Weiterlesen

Dankbarkeit im Familienleben

Sag mal danke!

Sag mal danke! Wie oft habe ich diesen Satz schon gesagt – und mich hinterher darüber geärgert, dass ich ihn gesagt habe? Eltern kennen diese Situationen. Beim Metzger kriegt das Kind ein Stück Wurst, die entfernte Tante kommt mit einer Tüte Gummibärchen oder beim Kinderarzt gibt es am Ende der Behandlung einen Lutscher. Oft nehmen unsere Kinder diese kleinen Geschenke an, freuen sich – und sagen nichts. Wir als Eltern stehen peinlich berührt daneben und versuchen unseren Kindern die gängigen Höflichkeitsfloskeln beizubringen. Ich möchte heute mal darüber nachdenken, ob es nicht Alternativen dazu gibt.

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Ähnlich wie beim Thema Grenzen setzen, geht es auch hier um die Frage, wann Kinder und Erwachsene sich als echte Personen zeigen dürfen und wann sie tradierten Vorstellungen vom „guten Benehmen“ erfüllen sollen. Die Erwiderung „Danke“ auf die Scheibe Wurst vom Metzger ist, wie ich oben angedeutet habe, zunächst einmal „nur“ eine Höflichkeitsfloskel. Wie oft sagen wir als Erwachsene zu etwas „danke“, ohne es wirklich zu meinen. Danke – wenn Tante Elfride die Zimmerpalme vorbei bringt, für die wir erstens keinen Platz haben und die bei unserem schwarzen Daumen zweitens innerhalb von wenigen Wochen eingehen wird. Danke – wenn der Nachbar uns einen schönen Tag wünscht und wir eigentlich wissen, dass wir ihm total egal sind. Danke – wenn die Schwiegermutter fünf Gläser Pflaumenmus vorbei bringt – und wir Pflaumenmus hassen. Weiterlesen

Grenzen setzen – ein allzu missverständliches Thema

Kinder brauchen Grenzen

Kinder brauchen Grenzen heißt einer der bekannteren Erziehungsratgeber unserer Zeit. Auch viele andere Bücher zum Thema Aufwachsen und Familienleben kommen nicht aus, ohne dem Thema Grenzen setzen zumindest ein Kapitel  zu widmen.

Kaum war in meinem Umfeld bekannt geworden, dass ich mich in meinem neuen Blog mit bindungs- und beziehungsorientierter Elternschaft beschäftige, wurde auch ich mit der Frage nach den Grenzen konfrontiert. Schön, dass du wieder bloggst, sagte mir jemand, aber das Thema ist nicht meins. Kinder brauchen doch Grenzen. Auch mit dem, was in der Bibel über Erziehung steht, ist es nicht zu vereinbaren. Dieses völlig regellose Aufwachsen ist nicht gesund und die Kinder werden spätestens in der Schule Probleme bekommen.
Ob mein Kritiker mit seinem Bezug zur Bibel oder dem, was er über die Schule sagte, recht hat, sei einmal dahin gestellt bzw. ein gutes Thema für weitere Beiträge von mir. Heute möchte mich lieber mit der Frage beschäftigen, ob die Abkehr von Erziehung und die Hinwendung zur Beziehung zu Kindern tatsächlich bedeuten, dass Grenzen im Familienleben keine Rolle mehr spielen.

Die Idee in einer gesunden und glücklichen Beziehung zu seinen Kindern zu leben, bedeutet nicht automatisch, dass es innerhalb dieser Beziehung keine Grenzen mehr gibt. Es geht vielmehr um das Setzen eigener, persönlicher Grenzen und nicht das unreflektierte Übernehmen von Grenzen, die „man halt so setzt“.

Wenn ich an unseren Alltag als Familie denke, fallen mir dazu zwei Beispiele ein.

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Dürfen Kinder auf dem Sofa springen?

In unserem Wohnzimmer steht ein uraltes Sofa. Mein Mann und ich haben es von unserem ersten Gehalt gekauft, es war unser erstes Möbelstück, das neu war und nicht schon bei unseren Eltern, Großeltern oder dem Sperrmüll gestanden hatte. Weiterlesen

Liebe, Liebe und nochmal Liebe

Wenn Angst und Zweifel sprachlos machen

Irgendwie war er holprig dieses Jahr, der Start in unseren so lange ersehnten Sommerurlaub. Es begann schon am Vorabend. Statt mich schlaflos vor Vorfreude im Bett hin und her zu wälzen, starrte ich die halbe Nacht ängstlich auf mein Handy und betete, Gott möge diesem Wahnsinn ein Ende bereiten. Nur achtzig Kilometer entfernt von dem Ort, an dem wir unseren ersten Zwischenstopp machen wollten, tobte ein, zu dieser Zeit noch namenloser, Schrecken. Es war die Nacht vom 22. auf den 23. Juli und noch wusste man nicht, wie sich die Lage in und um München in den nächsten Stunden entwickeln würde.

Am nächsten Morgen war ich übernächtigt und bedrückt. Ich wusste nicht wohin mit meinen Emotionen, meiner Angst, meinem Mitgefühl, meiner Trauer darüber, was an jenem Abend geschehen war. Mit Entspannung auf Knopfdruck tue ich mich seit jeher schwer und so brauche ich immer einige Tage, bis ich von Alltag auf Urlaub umschalten kann. Doch diesmal war es besonders schlimm. Ich war außerstande, die Bedürfnisse meiner Kinder wahrzunehmen und angemessen auf sie zu reagieren. Kleinigkeiten eskalierten und ich hatte das Gefühl, dass die Situation mir entglitt. Ich fühlte mich unfähig, hilflos und versagend. Ich hatte Zweifel – Zweifel an meiner Rolle als Mutter, Zweifel an uns als Familie, Zweifel an unserem Weg. Hatten wir bisher die richtige Art gewählt, unsere Kinder ins Leben zu begleiten? Waren wir zu mild? Zu inkonsequent? Hatten wir unsere Kinder mit unserem Fokus auf Bindung und Beziehung gar verzogen? Hatte ich mir das ganze Desaster selbst eingebrockt und vor allem – was dachten die Menschen um mich herum über uns? Auf einem Campingplatz ist man ähnlich privat unterwegs, wie auf Facebook – jeder bekommt alles von einem mit. Jeder kindliche Wutanfall, jede mütterliche Entgleisung, jeder chaotische Abend findet auf dem Präsentierteller statt. Zumindest fühlte es sich für mich so an.

Die Zweifel loslassen

Einige Tage später verblassten die anfänglichen Schwierigkeiten langsam und die Schönheit der Südtiroler Berge hatte mich in ihren Bann gezogen. Ich war angekommen – angekommen im Urlaubsort und wieder angekommen bei mir. Das Gepäck, das ich zum Urlaubsstart mit mir herumgetragen hatte, war in den ersten Tagen nicht leichter geworden. Auf München folgte Ansbach und irgendwann dazwischen ereilte mich die Nachricht vom Selbstmord eines Bloggerkollegen, mit dem ich wenige Tage zuvor auf Twitter noch heiß diskutiert hatte. Eine ungewöhnliche Schwere und lag über diesen Sommertagen, doch nach und nach konnte ich sie loslassen. Mit ihr schwanden auch die Zweifel und machten Platz für eine große Gewissheit. Ja – wir waren auf dem richtigen Weg. All die schrecklichen Ereignisse der letzten Tage und Wochen bedurften nur einer Antwort: Liebe. Weiterlesen

Neue Wege

Ihr lieben Leserinnen und Leser,

einige von Euch kennen mich schon länger, vielleicht habt ihr sogar schon mein allererstes Blogbaby mit wachsen sehen – Die Zweibeinerin und die 10ks – später unter dem Namen Kinderkram und Campingküche bekannt. Vielleicht habt ihr schon einige Freitagspizzen mit mir verspeist, vielleicht habt ihr über mein kurviges, unstetes Leben und Bloggen gestaunt. Vielleicht wart ihr dabei, als ich eine On/Off-Beziehung zu meiner Doktorarbeit führte und später auch zu meinem Blog, den ich immer mal wieder ins Sabbatical geschickt habe.

Vielleicht habt ihr mich auf Facebook entdeckt und klickt jetzt gerade mit einem genervten Augenrollen hier rein und wollt mal schauen, was ich nun schon wieder vor habe.

Vielleicht kennt ihr mich aber auch erst seit Kurzem, folgt mir auf twitter oder seid über Unvereinbarkeitsdebatte hier her gekommen und seid neugierig zu erfahren, wie ein Familienblog zu meinem politischen Geblogge von drüben passt.

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Geschichten, die das Familienleben schreibt

Nun ja – dieser neue Blog ist Teil von allem, was ihr bisher von mir kennt und wisst. Er ist ein Stück Kinderkram und Campingküche, denn darum dreht sich mein Leben noch immer. Er ist ein Ort mit Freitagspizzen und anderen schönen Ritualen aus meinem Familienalltag. Er ist aber auch der Versuch fortzuschreiben, was ich mit Unvereinbarkeitsdebatte begonnen habe – nur auf einer anderen Ebene. Ich möchte auf diesem Blog das Leben als Familie in den Vordergrund stellen und ich möchte Mut machen, sich den äußeren Anforderungen wie Bildungswahn, Vereinbarkeit und Zwangsoptimierung zu entziehen, mit denen Familien sich heute oft konfrontiert sehen. Ich möchte Euch Mut machen, Familie zu leben und Familie Raum zu geben. Weiterlesen