Mit Kindern und Caravan durch Südfrankreich Teil I

Von den Vogesen in die Tarnschluchten

20170730_172802

Wenn mich jemand fragt, ob ich Sehnsuchtsorte auf der Welt habe, kann ich ein bisschen was antworten. Ja, es gibt ein paar Flecken auf dieser Erde, zu denen es mich immer wieder hinzieht, nach denen sich mein Herz dann und wann ausstreckt und von denen ich träume, wenn ich mal wieder im regnerischen Alltag sitze. Einige dieser Orte besuche ich regelmäßig, andere sehr selten und bei manchen weiß ich gar nicht, ob ich sie je wiedersehen werde. Doch es gibt ein paar Orte auf dieser Welt, die ich besonders fest in meinem Herzen trage, seit ich das erste Mal dort war und von denen ich besonders oft träume, deren Bilder ich besonders gern anschaue und die ich meinen Kindern ganz unbedingt zeigen wollte. Weiterlesen

Advertisements

Sommerpause

Ihr Lieben,

es ist soweit. Die Kinder haben bereits ein paar Tage ihre wohlverdienten Sommerferien und es wird Zeit, dass ich ihnen folge, mit ihnen im Garten hocke, auf den Spielplatz gehe, in Bächen plansche, Übernachtungspartys organisiere und ihr neustes Hobby unterstütze – sie haben nämlich das Kochen für sich entdeckt. Kind 2 hat uns am Sonntag Polenta mit Speckbohnen zubereitet und Kind 1 macht heute Abend eine Mittwochspizza.

Weiterlesen

Freitagspizza am Mittwoch dem 24.05.

Heute ist der Tag vor dem Wochenende, vor einem langen Wochenende. Also ist heute gefühlt Freitag und ihr bekommt eine Freitagspizza.

Nachdem das Wochenende voller Balsam war, begann die Woche ganz anders. Tiefschläge. Einer nach dem anderen. Sorgen und Ärger an vielen Ecken. Gesundheitliche Baustellen bei zwei unserer Kinder, noch immer kein funktionierendes Auto und auch keins in Sicht. Müdigkeit. Anstrengung. Manchester.

20170522_102116

Weiterlesen

Freitagspizza am 17.03.2017

Puuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuh!

Das Gute sehen?

Dankbar sein?

Nicht meckern?

Nicht lästern?

Diese Woche fast unmöglich.

Eine Woche voller schlechter Nachrichten.

Kind 3 hat keinen Kitaplatz bekommen und ist somit im kommenden Herbst aller Voraussicht nach weiterhin zu Hause.

Schon wieder ist jemand krank.

Schon wieder konnte ich meine Termine nicht so gut koordinieren, wie ich es mir erhofft hatte.

Schon wieder ist was kaputt und kostet viel, viel Geld.

Ich glaube, manchmal ist es total herausfordernd, das Gute zu sehen.

Dabei gab es diese Woche so viel Gutes.

Die Sonne, die mich so verwöhnt hat.

Die 20 Minuten Pause, die ich mir diese Woche kackfrech jeden Tag genommen habe, um zu lesen.

Die Nachbarn, mit denen ich diese Woche endlich wieder zusammen im Garten Kaffee getrunken habe – wie hatte ich das vermisst.

Das Skypen mit einer Bloggerkollegin, das uns beide in unserer Selbstfindung ein Stück vorangebracht hat.

Der gestrige Kinobesuch ganz allein mit Kind 1.

Und auch bei all den schlechten Nachrichten gibt es so viel Gutes:

Die Erkenntnis, dass unsere Reparaturen zwar ärgerlich viel Geld kosten, aber dass wir dieses Geld auch einfach haben.

Die Erkenntnis, dass selbst dann nichts passiert, wenn Kind 3 im Herbst nicht in die Kita geht – zumindest nichts schlimmes. Ich muss einfach nur mal wieder umplanen und neu denken – darin bin ich gut.

So viele Menschen, die uns sofort helfen wollten, unser Betreuungsproblem zu regeln.

So viele liebe Leute, die einfach mal kurz zuhören.

Passend dazu habe ich heute diese  Karte aus meinem Stapel Mutkarten gezogen.

20170317_130355

Das Wochenende verspricht mieses Wetter – und am liebsten würde ich mich einfach einigeln. Da ich aber nun einmal Mama meiner Kinder bin, denke ich, wir werden versuchen, das beste daraus zu machen.

Und wie immer starten wir mit einer Pizza. Da ich eben in einem Anfall von grenzenlosem Optimismus  mit Kind 2 und Kind 3 an der Hand und ohne Wagen in den Laden gegangen bin, sind ziemlich komische Dinge in meinem Korb gelandet, neben Hörnchen und Babybel, die ich eigentlich gar nicht wollte, habe ich jetzt Parma-Schinken und Fetakäse. Ich schätze, mein Mann muss die Zutaten irgendwie aufstocken, damit sich daraus eine sinnvolle Pizza entwickelt.

Ihr Lieben – habt ein schönes Wochenende und achtet auf das Gute – es gibt immer was.

 

 

 

 

Ein neues Herz – für unsere Kinder

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Hesekiel 36,26)

20170126_150907

Das neue Jahr begann damit, dass ich mich extrem verkatert fühlte. Das lag nicht etwa an einer zu exzessiven Feier am Vortag oder gar dem übermäßigem Genuss von Alkohol (ich glaube, ich habe es auf etwa 0,2 l Weißwein gebracht), sondern an einer fetten Erkältung, die sich um meinen Kopf herum festgesetzt hatte, zu wenig Schlaf und allgemeiner Kollerstimmung sofort nach dem Aufwachen.  Weiterlesen

Anstrengende Abendstunden

Wenn die Eltern eine Pause brauchen

20170123_082847

Ich glaube, das kennen wir alle. Die Zeit, die wir in unseren Köpfen als „Feierabend“ definiert haben, ist längst rum – und wir schieben Überstunden. Überstunden am Kinderbett. Weil die Kinder noch Durst haben, Hunger, Angst vor Monstern oder einfach nicht allein sein wollen. Weil sie weinen, ohne das wir den Grund wirklich erkennen können. Weil sie uns immer wieder rufen oder alle paar Minuten im Wohnzimmer stehen, um uns zu sagen, dass sie nicht einschlafen können. Manchmal geben wir uns der Phantasie hin, diese Zeit sei vorbei, weil sie schon fünf sind oder sieben – oder zehn – und weil es vielleicht mal ein paar Monate lang nicht so war. Doch dann kommt es wieder. Manchmal für uns aus heiterem Himmel. Wir verstehen nicht, warum sie uns auf einmal wieder brauchen, während sie tagsüber doch so selbstbewusst ihre Wege gehen. Vielleicht ist das aber, genau das, der Grund, warum sie sich abends auf einmal wieder nach Nähe sehnen. Nach einer Hand, die ihnen übers Haar streichelt und flüstert, dass alles gut wird. Nach einem Arm, in den sie die unverarbeiteten Erlebnisse des Tages weinen können. Nach einem Ohr, das zuhört, wenn plötzlich alles aus ihnen heraus bricht, was sie tagelang nicht erzählen wollten. Manchmal ist es auch subtiler. Es scheint keinen Grund zu geben. Sie haben nichts zu erzählen, nichts zu beweinen und suchen dennoch unsere Nähe. Wollen unsere warmen und Sicherheit gebenden Körper neben sich beim Einschlafen. Wollen, dass wir ihre Hände halten oder kommen einfach immer wieder runter, um uns zu sehen und sich zu vergewissern, dass wir noch da sind und ihre Welt noch steht. Weiterlesen

Wenn die Wand dünner wird

Von Halloween bis Totensonntag

Eigentlich wollte ich heute darüber schreiben, wie wir als christliche Familien damit umgehen können, wenn unsere Kinder am nächsten Montag Halloween feiern wollen. Ich wollte Euch eigentlich aufzeigen, wie ich dazu stehe, dass ich mit der Süßes-oder-Saures-Tradition wenig anfangen kann. Ich wollte schreiben, dass es mich Jahr für Jahr ein wenig ärgert, dass immer mehr Kinder diesen Hype mitmachen, aber die nordhessische Tradition des Clowesabends dagegen ausstirbt. Wahrscheinlich hätte ich dann für alle Menschen im Rest der Republik erklären müssen, dass Clowesabend der Brauch ist, am Abend des Nikolaustages verkleidet von Haus zu Haus zu gehen, den Menschen witzige Segenswünsche zu überbringen und dafür Süßigkeiten zu bekommen. Ich hätte berichtet, wie ich an jedem  6. Dezember trotzig eine Schüssel mit Süßigkeiten neben die Haustür stelle und warte, obwohl ich weiß, dass niemand mehr kommt und wie ich eben diesen Süßkram dann spätestens ab 21 Uhr betrübt selbst verspeise. Ich hätte dann weiter ausgeführt, warum ich Euch trotz alle dem zu einem gelassenen Umgang mit Halloween rate, hätte die Herkunft dieses Festes erklärt und Euch am Ende gebeichtet, dass ich zwar dem Süßigkeitensammeln an diesem Tag so gar nichts abgewinnen kann, mich aber unglaublich gern gruselig verkleide und auch  deshalb in den vergangenen beiden Jahren eine Gruselparty für meine Kinder geschmissen habe. Aufgrund meiner protestantischen Sozialisation hätte ich dann noch irgendwie und irgendwo das Wort Reformationstag in diesem Text unterbringen müssen, und am Ende wäre wahrscheinlich ein mehr oder weniger gelungenes Konstrukt dabei heraus gekommen, an dem sich einige gefreut und andere gerieben hätten. Weiterlesen

Freitagspizza am 21.20.2016

Überraschend entspannt war diese Woche! Es war eine Woche mit Kuschelzeit auf der Couch und mit viel Gelegenheit, meine neuen Kuschelsocken anzuziehen, die die beste Freundin mir gestrickt hat. (Falls ihr sehen wollt, was sie noch so strickt, schaut doch mal hier vorbei).

2016-10-21-10-24-15_resized

Was nicht bedeutet, dass es diese Woche immer einfach war. Menschen, die ich liebe, geht es schlecht. Jemand aus meiner Familie hatte eine schwere, eine sehr schwere OP – die Nerven lagen zwischendurch blank. Und manchmal ist die schönste Nachricht eine ungelenke WhatsApp, auf der normalste steht – weil es bedeutet, dass jemand sein Handy zurück hat – und von der Intensivstation auf die Normalstation durfte.

Diese Woche hatte viel mit Annehmen zutun. Das Leben annehmen, wie es ist. Denn sind wir ehrlich, ich kann noch ein Dutzend Bücher über den heiligen Alltag rezensieren, ich kann noch 100 Beiträge hier oder drüben schreiben, die davon handeln, dass es okay ist, einfach nur Mutter zu sein. Wenn mein Kopf und mein Herz es nicht annehmen, dann hilft es mir persönlich wenig.

In dieser Woche musste ich annehmen. Es ging nicht anders. Es war niemand da, der hätte auf die Kinder aufpassen können. Es sind Ferien. Sie sind zu Hause, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche – ALLE. Das hätte mich stressen können. Das hätte mich, gepaart mit den emotionalen Belastungen, in die Knie zwingen können. Hat es aber nicht. Irgendwann diese Woche, mitten im ganz normalen Wahnsinn, hatte ich das Schlüsselerlebnis. Was ich hier tue ist wertvoll, auch wenn es nicht danach aussieht. Ich muss die Bäder nicht blitzsauber haben, keine Kinderzimmer in Schöner-Wohnen Ateliers verwandeln, keine aufwendige Herbstdeko haben. Ich muss meinen Blog nicht zwanghaft mehrmals die Woche befüllen, um wichtig und anerkannt zu sein. Ich muss meine berufliche Zukunft nicht schon wieder panisch vorantreiben, nachdem ich doch gerade erst aus dem Hamsterrad ausgestiegen bin. Es reicht, wenn ich Mama bin, Mama von meinen drei Kindern. Es reicht völlig aus, die Dinge zutun, die hier zu Hause anfallen. Ihnen Frühstück machen, ihnen beim Duschen oder Baden zu helfen, Finger- und Fußnägel zu schneiden, Haare zu entknoten, vorlesen, Geschichten zu erzählen, Schuhe mit ihnen kaufen. Es ist wertvoll, für sie da zu sein, ihre Geschichten zu hören, ihre Fragen zu beantworten. Genau das ist mein Leben – ich wechsele volle Windeln, ich tröste und streichele und bepuste Beulen und aufgeschlagene Knie. Ich spiele mit ihnen im Garten, wir laufen durch den Regen und ich koche warmen Tee und brate ihnen Pfannkuchen zum Abendbrot. Wie so `ne Mami halt. Und hey, genau das bin ich.

Was ist eigentlich mit mir los, dass ich immer glaube, ich müsste unbedingt mehr sein, als das? Dass ich glaube, ich müsste nebenbei noch Bücher schreiben, Alltagsblogs zu Hochglanzseiten umbauen, eine Beratungspraxis einrichten, bevor ich überhaupt mit der Ausbildung fertig bin? Ich habe dieses „Du-kannst-trotz-Kindern-alles-schaffen“ Mantra viel zu lange in meinem Kopf abgespult und ich habe danach gelebt, auch wenn mein Herz schon lange ganz laut NEIN geschrien hat. Mama sein, das schien für mich nie zu genügen, das schien nie dem Bild zu entsprechen, das ich von mir hatte. Dabei ist es tief im Herzen schon immer genau das gewesen, was ich sein wollte. Was macht unsere Gesellschaft eigentlich mit uns Frauen, mit uns Müttern? Wieso dürfen wir nicht einfach sein, was wir sind und uns eine Weile lang damit begnügen, weil es wertvoll ist, weil es wichtig ist?

Tja und was bedeutet das jetzt? Wird dieser Blog geschlossen? Keine Angst, meine drei Leser, das passiert so schnell nicht. Die Bloggerei ist zu wichtig für mich. Breche ich meine Ausbildung ab? Nein, auf keinen Fall, sie macht zu viel Spaß, gibt mir zu viele wertvolle Impulse mit auf dem Weg und sie hat ja auch ein bisschen Geld gekostet. Was sich dauerhaft ändern muss, ist die Struktur in meinem Alltag. Ich kann nicht alles in einen Tag packen. Ich kann nicht schreiben, während drei Kinder um mich herum wuseln. Ich kann nicht auf der Terrasse sitzen und Texte lesen, während sie im Garten spielen. Ich kann nicht scheinbar entspannt neben ihnen her arbeiten. Sie haben Priorität in meinem Leben. Wenn sie da sind, kann ich nicht bloggen, nicht lernen, nichts für mich lesen, ja nicht mal in Ruhe einen Gedanken verfolgen. Die Versuche, so zu leben, haben mich gestresst. Sie haben mich unruhig und unzufrieden gemacht. Sie haben für schlechte Stimmung gesorgt, sie haben Kraft gekostet.

Es ist eindeutig. Der Blog muss warten. Die Texte müssen warten, mein Buchprojekt muss warten. Für all das ist dann Raum, wenn die Kinder in der Schule, der Kita oder bei den Großeltern sind. Abends, wenn sie schlafen, mittags, wenn eins schläft und die anderen ihre Medienzeit haben, morgens, wenn ich vor allen anderen wach bin. Das ist nicht viel, aber es  muss genügen. Alles andere funktioniert für uns nicht, alles andere ist die große Multitasking-Lüge, die uns Frauen überfordert, die uns unglücklich macht, die uns krank macht. Das bedeutet auch, dass dieser Blog zu Ferienzeiten nicht immer so regelmäßig befüllt wird. Es bedeutet, dass ich für alles andere vielleicht etwas länger brauche und das ab und zu etwas nicht so perfekt sein wird – und es bedeutet, dass ich trotzdem entspannt bin. Zumindest, wenn ich es annehme!

Gibt es heute eigentlich auch Pizza? Aber ja doch! Sogar selbst gemacht. Apfel, Schinken, Gorgonzola und normaler Käse – und das natürlich vom Grill. Auch auf die Gefahr hin, dass der Grillmeister dazu einen Glühwein trinken muss.

Leute, es ist Herbst!