Ein Wochenende voller Balsam

Dieses Wochenende hatte eigentlich das Zeug zum Katastrophenwochenende.

Am Freitag wachte ich mit Halsweh auf, dieses gesellte sich fröhlich zum bereits vorhandenen Motorschaden am Auto, zum Neurodermitisschub von Kind 3, zur bleiernen Müdigkeit und zu allem, was sowieso schon bei uns rumgeisterte. Und gebrauchen konnte ich es gleich mal gar nicht, denn am Sonntag sollte der Kindergeburtstag von Kind 1 gefeiert werden.

Und dann wurde es irgendwie toll. Nachdem ich mich am Freitag hundemüde durch den verregneten Vormittag gemotzt hatte, besserte sich meine Laune bereits am Abend durch unsere Pizza und durch die Tatsache, dass ich den eingelegten Rhabarber tatsächlich noch in Marmelade und Kuchen verwandeln konnte.

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Spring break, Berlin, Herzensgedanken

Vielleicht habt ihr es schon gemerkt, ich mache eine kleine Frühlingspause. Ich genieße die lange vermisste Sonne. Wir sind draußen,  in jeder freien Minute draußen an der frischen Luft. Wir pflanzen Blumen, wir laden Freunde ein, wir grillen und wir sind unterwegs.

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Aber das ist nicht alles. Am letzten Wochenende war ich in Berlin und wie immer, wenn ich mit meinen Kolleginnen aus der bbEFB Ausbildung zusammen bin, fehlen mir danach die Worte. Ich bin voll. Aufgefüllt mit Glück, mit Liebe, mit guten Gedanken, neuem Ideen – und Melancholie. Schwere gehört genauso zur intensiven Auseinandersetzung mit sich selbst, wie Leichtigkeit und ich trage gerade beides in mir.

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Beides trägt dazu bei, dass mir die Worte fehlen. Wo sonst Sätze und Gedanken nur so aus mir raussprudeln, ist derzeit nur ein leeres Blatt. Ich muss das aushalten und ihr leider auch. Ich kenne mich gut und weiß, dass meine Gedanken wieder fließen und dass ich euch dann davon erzählen werde – denn es gibt viel zu berichten.

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Statt zu schreiben, lese ich gerade viel. Mein Bücherstapel inspiriert mich und nimmt mich mit auf verschiedene Reisen, in vergangene Zeiten, zu neuen Ufern, fantastischen Welten und zu mir selbst. Vorgestern habe ich City of Heavenly Fire beendet – den letzten Teil der Chroniken der Unterwelt und seither hänge ich gedanklich darin fest. Immer wieder denke ich an das traurig-schöne Happy-End, an die offenen Fragen und an die erschreckenden Parallelen zum Zustand unserer realen Welt. Es gibt Bücher, die begleiten einen länger – es sieht so aus, als seien die Chroniken der Unterwelt eins davon.

Ihr seht – ich brauche eine Pause. Bis Ostern werde ich mich nur sporadisch melden. Danach möchte ich wieder durchstarten und euch mitnehmen- auf spannende Reisen zu mir und zu euch. Auf unseren Weg zu einem bindungs- und beziehungsorientierten Familienleben mit Gott und einem Mixtopf und zu allem, was don’t noch dazu gehört.

Ein Mädchen, Ende 30!

Für meine Mama – die mir beigebracht hat, niemals Angst vor dem Älterwerden zu haben!

Es begann ganz langsam. An meinem letzten Geburtstag fragte mich einer meiner Gäste, wie alt ich eigentlich geworden sei. Ich antwortete strahlend und sehr zufrieden, dass ich 37 sei. Ich strahlte und war glücklich, weil ich bis dato überhaupt kein Problem mit dem Älter werden hatte. Im Gegenteil. Ich empfinde diese Lebensphase, die Mittdreißiger, als die beste meines bisherigen Lebens. Ich habe mich selten so wohl mit mir selbst gefühlt, wie in den letzten fünf bis sieben Jahren. Ich habe mich selten so angekommen, so echt und so geliebt gefühlt. Ich liebte diese Lebensphase und freute mich auf die Enddreißiger und auf die Vierziger, weil ich es toll fand. Zurück zur Teeniezeit oder in die Twens? Niemals. Warum sollte ich nochmal auf die Marathonstrecke gehen, wenn ich doch am Ziel war?

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Doch dann saß ich am Wochenende auf einmal da und las meine neuste Dark-Fantasy  Reihe. Zu Dark-Fantasy gehören neben Werwölfen und Vampiren anscheinend auch immer Teenager. Sie spielen die Hauptrolle in den Geschichten, sie erleben die großen Abenteuer und ihren gehören die ganz großen Gefühle. Es sind ihre Geschichten, die die Leserherzen zum Schlagen bringen und die uns mitnehmen auf Reisen in fremde Welten. Bei Edward und Bella fiel es mir damals nicht schwer. Ich rannte mit den Vampiren, verliebte mich in Alice Cullen und irgendwie auch in Esme. Damals war ich 29 und zum ersten Mal schwanger. Es wäre mir nicht in den Sinn gekommen, dass diese Geschichte von einer Generation handelt, der ich nicht mehr angehöre. Jetzt ist das anders. Ich lese die Geschichten meiner 16, 17 und 18 jährigen Protagonisten und finde sie immer noch großartig – und ich merke, dass ich fremdele. Neben den eigentlich Hauptcharakteren schlägt mein Herz für einen Mann, der als Werwolf mittleren Alters beschrieben wird – er ist 38. Als dann noch eine gleichaltrige Frau eben so beschrieben wurde – mittleren Alters – kam ich ins Wanken. War ich das auch? Eine Frau mittleren Alters? Gestern war ich gefühlt noch postadoleszent – und heute soll ich mittleren Alters sein?

Ich versuchte herauszufinden, was das eigentlich war, das mittlere Alter. Rein rechnerisch balanciere ich wohl schon irgendwo in der Nähe von dem entlang, was, wenn man meine Lebenserwartung durch zwei teilt, dann irgendwann einmal ein mittleres Alter sein könnte. Doch soziologisch ist es wohl eher die Phase des leeren Nestes, die Phase nach der Rushhour in der ich mich gerade befinde, eine Phase also, die ich halb herbeisehne und die doch noch ganz weit weg erscheint.

Okay, dann bin ich es wohl ein bisschen und ein bisschen nicht. Vielleicht bin ich eine junge Frau mittleren Alters oder ein altes Mädchen? Aber warum ist das eigentlich wichtig? Natürlich bin ich nicht mehr die, die ich mit Anfang 20 war und darüber bin ich, siehe oben, mehr als froh. Und doch, irgendwie habe ich mir das mittlere Alter anders vorgestellt. Reifer, vernünftiger, älter! Nicht so, wie ich mich fühle, jedenfalls.

Ich schaue noch einmal in die Welt meiner Literatur. Früher, da war es Harry Potter. Ich war den Protagonisten immer ein paar Schritte voraus – und doch war ich Hermine. Von ganzem Herzen Hermine. Und später war ich Tonks, ich verliebte mich mit ihr zusammen in Lupin, bejubelte ihre Schwangerschaft und hasste J.K. einige Kapitel später abgrundtief für das, was sie ihr antat – und mir. Einige Jahre später las ich es nochmal, als Vorbereitung auf ein Uni-Seminar, das ich mit meiner besten Freundin zusammen anbot – und auf einmal waren wir nicht mehr Tonks oder Hermine, wir waren Molly – Molly Weasley und wir waren es von Herzen. Und irgendwie erschien es mir logisch (abgesehen davon, dass Molly das Ende der Romanreihe wenigstens erlebt) – schließlich teilten Molly und ich etwas ganz entscheidendes – die Verantwortung für eine Familie.

Ist es also an der Zeit, den Teenie-Romanen abzuschwören und nach den Geschichten zu suchen, die von den Molly Weasleys dieser Welt handeln? Und ist es dann  ebenso Zeit sich einzugestehen, dass die Jahre der großen Gefühle und Abenteuer vorbei sind und dass ein gut geführter Haushalt, ein zufriedenstellender Job und die Kinder nun der Alltagskick sind?

Ja und nein. Nein, weil das Teeniemädchen in mir nicht weg ist, weil ich noch immer mit Alice Cullen renne und um Tonks weine, weil ich die Teenies meiner neuen Serie ins Herz geschlossen habe, auch wenn sie sich manchmal jung und dumm benehmen. Nein, weil es ja zum Glück neben minderjährigen Hauptfiguren in jeder Geschichte Werwölfe mittleren Alters gibt und Jahrhunderte alte Hexenmeister (die allerdings trotzdem aussehen wie 19 und deren heimliche Affären etwa in diesen Alter sind, was mich zu der Frage bringt, ob auch Unsterbliche in eine Midlife-Crisis geraten können) .

Und ja – natürlich ist die Zeit der Teenie-Romane zu Ende. Zumindest was all die Teile angeht, die mit der ersten großen Liebe zutun haben und die davon handeln, dass jemand seinen Platz in der Welt sucht. Diese Zeit ist vorbei und – verdammt nochmal – zum Glück ist sie das! Werfen wir noch einmal einen Blick auf all die Protagonisten meiner Romane. Was treibt sie denn an? Was motiviert Harry, Ron und Hermine, was Tonks und Lupin, was Bella oder Clary, Jace, Simon, Alec und Magnus? Was bringt sie dazu, morgens aufzustehen und gegen Dämonen, Volturi oder dunkle Magier zu kämpfen, statt einfach wegzurennen?Was suchen sie? Sie suchen Liebe, nach Liebe und Sicherheit. Sie wollen sich eine Welt schaffen, in der sie in Frieden leben können, in der sie Kinder haben dürfen, ein Eigenheim und ihre Ruhe. Sie alle wollen genau das, was ich bereits habe. Neben der Tatsache, dass sie ihren Alltag mit seltsamen Wesen teilen und dass sie nicht einfach nur studieren oder einem 0815-Job nachgehen, sondern sich den Schrecken der Unterwelt stellen, sind auch sie auf der Strecke, auf der Marathonstrecke zu sich selbst und zur großen Liebe.

Wenn das mittlere Alter bedeutet, dass ich diese Marathonstrecke nicht noch einmal laufen muss, dann finde ich das wunderbar. Ich stehe hier am Etappenziel. Ich habe ein bisschen gekämpft für dies und das, ich habe meine eigene große Liebesgeschichte gehabt, die es mit jedem Teenie-Roman aufnehmen kann und habe sie bis heute und ich habe all das, von dem wir träumen, wenn wir losrennen. Jetzt stehe ich hier, kurz vor der Lebensmitte und weiß, dass es auch im zweiten Teil noch genügend Strecken gibt, für die es sich zu rennen lohnt. Es gibt noch viele Ziele, Ufer, Veränderungen und Kicks. Es gibt noch Luft, viel Luft nach oben. Aber ich muss nicht mehr warten und nichts mehr beweisen. Alles was ich ab jetzt tue, tue ich für mich.

Eine Frau mittleren Alters, ja, vielleicht werde ich das bald. Aber das macht nichts, ich werde es feiern, meine Freundinnen einladen und dann rennen wir zusammen mit Alice Cullen, weinen um Tonks und trinken mit Magnus einen Cocktail – denn genau das tun Mädchen doch, wenn sie Ende 30 sind, oder?

Freitagspizza am 13.01.2017

….oder wie ich einmal einen Tag nach nur zwei Stunden Schlaf überlebte.

Kurze Nächte, die kennen wir alle und irgendwie haben wir und unsere Körper einen Weg gefunden, damit fertig zu werden. Nächte aber, die von halb fünf bis halb sieben dauern, sind auch für mich (zum Glück) sehr selten. Tage, die auf solche Nächte folgen, sind eine besondere Herausforderung. Nicht nur ich bin nämlich aus der Spur, sondern auch das Kleinkind, dem auch Schlaf fehlt. Zwischen Hausaufgaben, Mittagessen und Spielbesuch bleibt nicht viel Zeit zum Ausruhen. Was ich brauche, sind kleine Oasen und Kreativzeit mit den Kindern.

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Was ich noch mehr brauche, dass es Abend wird.

Noch eine Pizza mit Meeresfrüchten, eine Kuschelrunde…Und dann darf der Tag enden.

Von Sternsingern, Kindern und Hoffnung

Uns allen steht eine düstere Zukunft bevor. Zumindest, wenn man manchem Schwarzmaler glaubt, der in letzter Zeit die pädagogische Debatte in Deutschland begleitet hat. Zum Jahresende schossen sie noch einmal wie Pilze aus dem Boden, diejenigen, die uns Eltern gern ein schlechtes Gewissen machen und glauben zu wissen, was aus der Brut wird, die wir gerade heranziehen.

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Freitagspizza – die Erste 2017

Bald ist die Weihnachtszeit zu Ende und der Alltag 2017 beginnt und damit wird es auch auf diesem Blog wieder wuseliger. Bevor ich aber wieder thematisch einsteige, gibt es aber nochmal eine kleine Rückschau.

Nachdem mein kleines Schäfchen, der große Hund und ich den Familiengottesdienst gerockt hatten, durfte zu Hause der Heilige Abend beginnen.

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Freitagspizza – die Letzte 2016

Der Weihnachtsendspurt – ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich könnte gerade doch noch ein bis zwei Wochen Advent gebrauchen, denn ich habe das Gefühl, dass ich viel zu wenig vorbereitet bin auf Weihnachten, was meine häusliche To-Do Liste angeht und auch emotional. Aber so ist es ja meistens und am Ende – ja am Ende ist dann doch Weihnachten, ganz egal wie steinig der Weg dahin war. Die damaligen Protagonisten hatten es ja auch nicht gerade leicht.

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Achterbahn

Gedanken und Gefühle fahren Achterbahn.

Ich bin wütend: Wütend auf die Menschen, denen das Leben anderer Menschen so wenig wert ist, dass sie töten.  Wahllos, grundlos. Ohne zu sehen, dass dort Mütter, Väter, Kinder, Freunde oder Großeltern stehen. Jeder davon hätte mein Angehöriger oder Freund sein können oder der des LKW-Fahrers.

Ich bin wütend, über all die dummen Kommentare im Netz. Über den Mangel an Empathie und Menschlichkeit. Über das Instrumentalisieren der Opfer. Über rechte Dummköpfe. Weiterlesen