Sommerpause

Ihr Lieben,

es ist soweit. Die Kinder haben bereits ein paar Tage ihre wohlverdienten Sommerferien und es wird Zeit, dass ich ihnen folge, mit ihnen im Garten hocke, auf den Spielplatz gehe, in Bächen plansche, Übernachtungspartys organisiere und ihr neustes Hobby unterstütze – sie haben nämlich das Kochen für sich entdeckt. Kind 2 hat uns am Sonntag Polenta mit Speckbohnen zubereitet und Kind 1 macht heute Abend eine Mittwochspizza.

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Ein Wochenende voller Balsam

Dieses Wochenende hatte eigentlich das Zeug zum Katastrophenwochenende.

Am Freitag wachte ich mit Halsweh auf, dieses gesellte sich fröhlich zum bereits vorhandenen Motorschaden am Auto, zum Neurodermitisschub von Kind 3, zur bleiernen Müdigkeit und zu allem, was sowieso schon bei uns rumgeisterte. Und gebrauchen konnte ich es gleich mal gar nicht, denn am Sonntag sollte der Kindergeburtstag von Kind 1 gefeiert werden.

Und dann wurde es irgendwie toll. Nachdem ich mich am Freitag hundemüde durch den verregneten Vormittag gemotzt hatte, besserte sich meine Laune bereits am Abend durch unsere Pizza und durch die Tatsache, dass ich den eingelegten Rhabarber tatsächlich noch in Marmelade und Kuchen verwandeln konnte.

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Ancampen am Edersee

Endlich unterwegs mit Kind, Kind, Kind und Caravan

Die Irren haben es am Freitag nicht dabei belassen, sich einfach nur an ihren zwei neuen Zimmern zu erfreuen. Stattdessen habe ich, während der Mann seine letzten Sachen fürs Wochenende im Büro ordnete, endlich unseren Wohnwagen vollpacken dürfen. Für jeden zwei Hosen, zwei T-Shirts, einen wärmeren Pulli, Regenjacken, Gummistiefel, Unterwäsche, Duschzeug und Zahnbürsten – und was man noch so braucht.

Als der Mann dann gegen 16 Uhr (mit einstündiger Verspätung) nach Hause kam, konnte es auch ziemlich gleich (naja, okay, nach einer weiteren Stunde) losgehen.

Zum Glück liegt der Campingplatz Teichmann in Herzhausen nur etwa eine Caravanstunde von uns entfernt und so lohnte es sich dann tatsächlich noch loszufahren.

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Wir waren schon öfter „beim Teichmann“ gewesen und so kannten wir uns gleich aus und freuten uns über unsere riesengroße Parzelle und vor allem darüber, dass das angekündigte Unwetter bereits weitergezogen war und wir bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen aufbauen durften.

Die Kinder freuten sich derweil über den riesengroßen Spielplatz.

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Etwas weniger erfreulich war allerdings die Tatsache, dass wir die Luftpumpe für unser neues aufblasbares Vorzelt vergessen hatten – und somit ohne Vorzelt, nur mit Sonnensegel stehen mussten. Es kommt auf die Liste der Dinge, die wir im Sommerurlaub auf keinen Fall vergessen dürfen. Auf diese Liste kommt außerdem der Rausfallschutz fürs Bett von Kind 3, denn den hatten wir auch nicht dabei. Ich fand uns in unserer Vergesslichkeit extrem konsequent, denn da der Rausfallschutz nicht da war, mussten wir die Dinette (für nicht-Camper: das ist eine Sitzgruppe, die man in ein Bett verwandeln kann) nicht umbauen und hätten sie als Essecke nutzen können, wenn das Wetter fürs Sitzen unterm Sonnensegel zu schlecht gewesen wäre (war es aber übrigens nicht).

Unser Wochenend-Motto war „alles einmal austesten“ (also alles, was dabei war). Dabei haben wir wertvolle Erfahrungen gesammelt – zum Beispiel, dass der Pizzastein für unseren Grill ohne mit Mehl bestäubt zu sein nicht zu gebrauchen ist. Während ich also die Reste der zerrupften und angekokelten Pizza entsorgte und Mann und Kinder im Camping-Imbis Pizza und Pommes organisierten, setzte ich in Gedanken Mehl auf die Liste der Dinge, die wir auf keinen Fall nochmal vergessen dürfen.

Am Samstagmorgen hatten wir uns dann aber ganz gut mit den Gegebenheiten arrangiert und auch das kleine Stromproblem gelöst, das sich in der Nacht noch ergeben hatte. Wir nutzen das überraschend gute Wetter für einen Ausflug in den Nationalpark Kellerwald, der sich direkt gegenüber vom Campingplatz befindet und einfach traumhafte Wanderrouten hat.

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Später genossen wir dann viel von dem, was unser Platz so zu bieten hatte: den großen Spielplatz, Eis im Restaurant und viel Platz zum Spielen und Toben – und natürlich zum Grillen. Alle angekündigten Unwetter entluden sich anderswo und so konnten wir (von ein paar Tropfen abgesehen) die ganze Zeit draußen und trocken sein.

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Am Sonntagmorgen ging es dann aber auch schon nach Hause, denn schließlich musste noch der Geburtstag von Kind 1, der am Montag verrückte acht Jahre alt geworden ist, vorbereitet werden.

Ohne große Verzögerung ging es also los – alles sah toll aus. Bis wir kurz vor der Autobahnauffahrt langsamer wurden. Und langsamer. Und immer langsamer. Und gerade noch so auf einem Pendlerparkplatz zum Stehen kamen, bevor sich unser Auto verabschiedete. Da standen wir nun, mit drei Kindern, einem kaputten Auto und einem Wohnwagen hintendran.

Während mein Mann zusammen mit dem Abschleppwagen in die nächste Werkstatt fuhr und die Mädchen bittere Tränen vergossen, ergänzte Kind 1 unsere nicht-vergessen Liste um ein Auto, dass in der Lage ist einen Wohnwagen zu ziehen, ohne kaputt zu gehen. Ich finde das eine sehr kluge Ergänzung.

Der Rest ist schnell erzählt. Mein toller Papa kam mal wieder herbei geeilt und holte die Kinder vom Parkplatz ab. Ich blieb (ohne Handy, weil mein Akku alle war) auf dem Parkplatz beim Wohnwagen und wartete auf Rettung. Der Leihwagen, den der Mann zwei Stunden später mitbrachte, war ein Zweisitzer-Smart (also perfekt geeignet für eine fünfköpfige Familie, die einen Wohnwagen nach Hause ziehen muss…). Glücklicherweise hatte er aber auch unseren Freund Frank im Schlepptau, der ruhig und besonnen mit seinem Zugwagen kam und unseren Caravan auf seinen Stellplatz zog. Zusammen mit meinem Papa war er mein Sonntagsheld. Meine Schwiegermutter reihte sich nahtlos in die Reihe der Helden ein und übernahm für den Rest des Tages alle Kinder, sodass wir den anstehenden Geburtstag (mit nur vier Stunden Verspätung) dann doch noch vorbereiten konnten.

Und diese beiden Helden gönnten wir uns, nachdem die Kinder im Bett waren! Was für ein Tag. Was für ein Wochenende. Was für eine Woche. Irre!

 

Spring break, Berlin, Herzensgedanken

Vielleicht habt ihr es schon gemerkt, ich mache eine kleine Frühlingspause. Ich genieße die lange vermisste Sonne. Wir sind draußen,  in jeder freien Minute draußen an der frischen Luft. Wir pflanzen Blumen, wir laden Freunde ein, wir grillen und wir sind unterwegs.

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Aber das ist nicht alles. Am letzten Wochenende war ich in Berlin und wie immer, wenn ich mit meinen Kolleginnen aus der bbEFB Ausbildung zusammen bin, fehlen mir danach die Worte. Ich bin voll. Aufgefüllt mit Glück, mit Liebe, mit guten Gedanken, neuem Ideen – und Melancholie. Schwere gehört genauso zur intensiven Auseinandersetzung mit sich selbst, wie Leichtigkeit und ich trage gerade beides in mir.

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Beides trägt dazu bei, dass mir die Worte fehlen. Wo sonst Sätze und Gedanken nur so aus mir raussprudeln, ist derzeit nur ein leeres Blatt. Ich muss das aushalten und ihr leider auch. Ich kenne mich gut und weiß, dass meine Gedanken wieder fließen und dass ich euch dann davon erzählen werde – denn es gibt viel zu berichten.

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Statt zu schreiben, lese ich gerade viel. Mein Bücherstapel inspiriert mich und nimmt mich mit auf verschiedene Reisen, in vergangene Zeiten, zu neuen Ufern, fantastischen Welten und zu mir selbst. Vorgestern habe ich City of Heavenly Fire beendet – den letzten Teil der Chroniken der Unterwelt und seither hänge ich gedanklich darin fest. Immer wieder denke ich an das traurig-schöne Happy-End, an die offenen Fragen und an die erschreckenden Parallelen zum Zustand unserer realen Welt. Es gibt Bücher, die begleiten einen länger – es sieht so aus, als seien die Chroniken der Unterwelt eins davon.

Ihr seht – ich brauche eine Pause. Bis Ostern werde ich mich nur sporadisch melden. Danach möchte ich wieder durchstarten und euch mitnehmen- auf spannende Reisen zu mir und zu euch. Auf unseren Weg zu einem bindungs- und beziehungsorientierten Familienleben mit Gott und einem Mixtopf und zu allem, was don’t noch dazu gehört.

Kranke Kinder gehören nach Hause!

Wer jetzt denkt, meine Überschrift würde nicht mehr als eine absolute Selbstverständlichkeit aussagen, der wohnt wahrscheinlich nicht in meinem Heimatort – und ehrlicherweise wohl nicht einmal in Deutschland. Denn nicht nur der Gemeindeverwaltung meines Ortes fällt jedes Jahr aufs Neue auf, dass Eltern dieses elementare Basiswissen offenbar nicht mehr in Gänze in sich tragen, auch die überregionale Tagespresse berichtet immer mal wieder über diesen Umstand.

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Das Gute sehen – in uns Eltern

Wenn Ihr findet, mein letzter Artikel hätte Euch herausgefordert, dann kommt es heute noch dicker. Denn heute lade ich Euch nicht dazu ein, das Gute in Euren Kindern zu sehen, nein, heute will ich noch mehr von Euch. Ich will, dass ihr das Gute seht – und zwar in Euch, in Euch als Eltern.

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Seien wir ehrlich, diese Defizitorientierung, die wir überall sehen und beklagen, die könnte wir selbst erfunden haben. Wir sind in vielen Bereichen unglaublich defizitorientiert. Wir sehen so oft nur das, was wir gerade nicht haben, das was gerade nicht geklappt hat, das was bei anderen scheinbar besser läuft. All die Geschenke, die man uns im Laufe unseres Alltags an den Wegrand legt, die übersehen wir hingegen gern.

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Mamas – feiert euch mehr

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Kürzlich diskutierte ich mit anderen Mamas über Anziehdramen. Ihr kennt das – ihr findet, es sei Zeit für eine dicke Winterjacke  (weil – 10 Grad), eure Kinder wollen am liebsten im T-Shirt raus. Je nachdem, in welchen Ratgeber man nun schaut, findet man 10 bis 12 verschiedene Möglichkeiten, so etwas zu regeln. Von „lassen sie das Kind“ bis „setzen Sie sich durch“ ist alles dabei und jeder einzelne Tipp ist so gut begründet, dass man ihn für den Moment für absolut richtig hält. Egal wie man sich als Mama entscheidet und ob das Kind hinterher eine Jacke, Mütze oder Handschuhe trägt, eins tragen wir meistens danach – ein schlechtes Gefühl. Entweder haben wir das Gefühl, im Hinblick auf unsere Kinder versagt zu haben oder irgendwelche Erwartungen von irgendwem nicht zu erfüllen. Wir fühlen uns schlecht, eigentlich immer und egal wie wir es machen. Wir könnten immer noch was besser machen, immer noch optimalere Mütter sein. Zudem ist das öffentliche Leben voll von Mahnhinweisen und gut gemeinten Ratschlägen. Wir sollen stillen (aber nicht zu lange und nicht zu kurz), die richtigen Kurse besuchen, arbeiten und immer daheim sein und mittlerweile gibt es schon Werbekampagnen, die uns auffordern, weniger aufs Handy zu starren (was ich übrigens total übergriffig finde). Weiterlesen

Was aus Kindern wird, die alles dürfen

Kinder, die alles dürfen, werden zu Erwachsenen, die nichts können

Guck mal, sagte meine Freundin. Meine Kita hat einen Elternabend mit diesem Titel angesetzt. Was soll das denn heißen? Und vor allem, stimmt das aus deiner Sicht?

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Ich hätte wahrscheinlich genervt die Augen verdreht und meiner Freundin geraten, den Abend lieber in der Badewanne zu verbringen, statt sich auf viel zu kleinen Stühlen den Hintern platt zu sitzen und einem Vortrag mit einem derart reißerischen Titel zu lauschen. Doch dann sprang mich genau dieser Satz in den darauffolgenden zwei Wochen drei weitere Male an und langsam aber sicher begann ich, mich darüber zu ärgern.  Weiterlesen

Ein neues Herz – für unsere Kinder

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Hesekiel 36,26)

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Das neue Jahr begann damit, dass ich mich extrem verkatert fühlte. Das lag nicht etwa an einer zu exzessiven Feier am Vortag oder gar dem übermäßigem Genuss von Alkohol (ich glaube, ich habe es auf etwa 0,2 l Weißwein gebracht), sondern an einer fetten Erkältung, die sich um meinen Kopf herum festgesetzt hatte, zu wenig Schlaf und allgemeiner Kollerstimmung sofort nach dem Aufwachen.  Weiterlesen