Freitagspizza am 22.09.2017

Diese Freitagspizza könnte irgendwie auch mit einem bösen S-Wort überschrieben sein, denn heute war echt nicht mein Tag. Es begann am frühen Morgen und will gerade überhaupt nicht ändern. Seltsame Konflikte und Diskussionen, Meinungen, die ungefiltert und hoch emotional aufeinander prallen – und dazwischen der ganz normale Alltagswahnsinn, der heute irgendwie noch wahnsinniger ist, als sonst und gar nicht so schön kuschelig freitaglich mit Garten, Sofa oder Pizza-Vorfreude. Stattdessen haben die Kinder am eigentlich Hausaufgaben freien Freitag so richtige Knaller mit nach Hause gebracht und nebenbei mussten gefühlt 100 andere Baustellen bearbeitet, Konflikte gelöst und Gespräche geführt werden und so einiges vom heutigen Tag hinterlässt mich auch einfach nur ratlos.

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Wie gut, dass mir zumindest in der Küche immer irgendwas einfällt und so landete heute Nachmittag spontan das alte Brot in der Pfanne und wir gönnten uns Arme Ritter mit Holundergelee. Kind 3 hat dabei mehrfach gefragt, wann es den armen Rittern denn endlich wieder besser gehen wird und das war irgendwie süß und erheiternd.

Nun muss ich den Kindern helfen, den letzten Mist wegzuarbeiten, den sie noch zutun haben, damit sie zumindest ein freies Wochenende haben und dann schmeiße ich mir dick Äpfel, Gorgonzola und Schinken auf die Pizza und gönne mir mindestens ein Glas guten Rotwein.

Auf dass das Wochenende besser wird und denkt dran – Sonntag dürft ihr mitentscheiden, wer dieses Land zukünftig regieren soll. Freut euch darüber und tut es bitte einfach auch, ja?

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Warum Kinder, Küche, Kirche geil ist!

Vorweg – ich kenne viele Frauen, die mindestens ein K in meiner Überschrift für ihr Leben streichen würden und es durch Karriere ersetzen und die ich genau dafür sehr schätze, deren Lebensentwurf ich völlig okay finde – und den ich selbst nicht leben wollen würde.

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Ich habe mich, wie ihr wisst, denn ich habe schon öfter darüber geschrieben, für einen völlig anderen Lebensweg entschieden. Ich habe meine gut laufende Karriere als wissenschaftliche Mitarbeiterin nach dem dritten Kind an den Nagel gehangen und gegen ein Leben getauscht, in dem seither Kinder, Küche und Kirche eine große Rolle spielen. Es ist nicht so, dass es diese drei Ks nicht auch vorher schon gegeben hätte. Ich bin zu der Zeit, als der Entschluss in mir reifte, bereits sechs Jahre lang Mutter gewesen, noch länger eine leidenschaftliche Köchin und eben auch Christin. Doch sie waren damals nur drei von sehr vielen Ks in meinem Leben – wer mich schon richtig lange online kennt, erinnert sich vielleicht noch an meinen allerersten Blog: Ich war die Zweibeinerin mit den 10 Ks.

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Christlich, bindungsorientiert, Sears-Fan

Die deutsche Elternschaft führt mal wieder einen Glaubenskrieg im Internet. Eigentlich könnten man sich jetzt einfach „AHA“ und „danke für die Information“ oder „In Hamburg ist ne Schippe umgefallen“ denken und tun, mit was man gerade eigentlich beschäftigt war. Ich habe das ein paar Tage lang versucht. Doch dann habe ich festgestellt, dass diesmal nicht nur ein Erziehungsstil, nämlich das sogenannte Attatchment Parenting im Fokus dieser Debatte steht, sondern auch der Mensch, der für viele als eine Art Urvater der Bewegung gilt: der amerikanische Kinderarzt William Sears.

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Freitagspizza am 08.09.2017

Ehrlich gesagt gibt es heute keine Pizza und es hätte auch fast keinen Blogbeitrag gegeben. Aber von vorne:

Pizza gibt es heute nicht, weil uns morgen ein paar Freunde besuchen kommen, die ganz scharf auf unsere Pizza vom Grill sind – und daher wird aus der Freitagspizza ausnahmsweise eine Samstagspizza.

Für mich gab es gestern außerdem eine Donnerstagspizza. Ganz familienfrei beim örtlichen Italiener, bei dem ich in wunderbarer Begleitung einen ziemlich berührenden und inspirierenden Abend verbracht habe.

Und dieser tolle Abend war nicht die einzige großartige Begegnung diese Woche. Am Mittwochmorgen hatte ich das vergnügen mit meiner Lieblingsautorin aus dem Genre der historischen Liebesromane zu frühstücken und ihr eine wichtige Frage mit JA zu beantworten.

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So viele tolle Offline-Momente und das ganz normale Leben haben mich heute irgendwie ein bisschen von der digitalen Welt entfremdet und dafür gesorgt, dass ich offline sein möchte. Deshalb gehe ich jetzt Harry Potter vorlesen und dann ein Stück aus der Kinderbibel und noch Conny und wer weiß, was den Kindern noch alles einfällt.

Wir lesen uns hier aber ganz sicher nächste Woche wieder.

Habt ein segensreiches Wochenende.

 

Bauchfleisch mit Curryketchup

Wie manches, dem wir kaum Beachtung schenken,
Uns dennoch für ein ganzes Leben prägt,
Und seinen bunten Stein, als ein Andenken
Ins Mosaik unserer Seele trägt!
(Reinhard May, Beim Blättern in den Bildern meiner Kindheit)

Irgendwann in den nächsten Tagen wird ein Stück meiner Kindheit nicht mehr da sein. Kein Mensch zum Glück, aber ein wundervoller Ort. Ein Ort, der zwar weiter existieren wird, aber dann nicht mehr zu meiner Familie gehört. Es ist ein Ort, in dem viele bunte Steine in das Mosaik meiner Seele gelegt wurden und ich möchte euch heute von diesem Ort erzählen. Ich möchte das, weil es mich bewegt und weil ich es gut finde, in der ganzen ausufernden Diskussion um Attatchment Parenting und Co einmal zu zeigen, dass es oft nicht viel braucht, um Liebe und Halt in Kinderherzen zu pflanzen.

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Wenn Gott schweigt

Es war einer dieser Tage – in einem bis dahin wunderschönen Sommerurlaub. Eine schwüle Hitze hatte uns seit zwei Tagen im Griff und auch die Nacht hatte keine Abkühlung gebracht. Stattdessen war sie unruhig gewesen – unruhig und schwer.

Am Vorabend hatte uns eine schlimme Nachricht von zu Hause erreicht und in den Stunden vor Sonnenaufgang war mir ihre Tragweite bewusst geworden. Ich hatte verstanden, dass es in unserem Bekanntenkreis jemanden gab, den wir nie wieder sehen, mit dem wir nie wieder sprechen, von dem wir nie wieder hören würden. Das volle Ausmaß dessen, was seine Frau und seine Tochter durchmachen mussten, war langsam in mein Bewusstsein eingesickert und mein Herz und meine Gedanken waren schwer wie die schwüle Luft.

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Zum Donnerwetter noch einmal!

Beziehungsorientierung heißt nicht Konfliktfreiheit

So eine Überschrift in einem bindungs- und beziehungsorientierten, christlichen Blog? Falls ihr das jetzt nicht erwartet hättet, dann seid ihr in die Falle getappt, in die viele Menschen tappen, wenn sie anfangen, sich mit bindungs- und beziehungsorientierter Elternschaft zu beschäftigen oder dieses Thema von außen beobachten.

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Mit Kindern und Caravan durch Südfrankreich Teil II

Marseillan Plage und die Ardèche

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Zugegeben, der Wechsel von den ruhigen, beschaulichen Tarnschluchten ans wuselige, touristische und überlaufene Mittelmeer war für uns alle ein Kulturschock. Für uns Eltern, obwohl wir das alles kannten und wussten, was uns erwartete, genauso wie für die Kinder, die zum ersten Mal einen südeuropäischen Küstenort zur Hauptsaison besuchten. In den ersten Stunden inmitten von unzähligen Restaurants, die Muscheln aus Sandeimern servierten, vollen Stränden, lauten Marktschreiern und riesigen, schwimmenden Plastiktieren, hatte ich so meine Zweifel, ob dieser Ortswechsel das Richtige für uns war und ob wir uns nicht an unserem Fluss in unseren Schluchten besser erholt hätten. Weiterlesen