Winterzeit mit Kindern

Ich weiß, ich weiß, viele von euch sehnen sich gerade nach Frühling. Auch ich finde das nass-feuchte Tauwetter, das gerade eingesetzt hat, eher mäßig begeisternd. Da waren mir die bitterkalten Schneetage um einiges lieber. Aber die Winterzeit hat ihren Sinn. Die Natur braucht den Winter, um zur Ruhe zu kommen und um Kraft zu sammeln für den nächsten Frühling.

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Wir Menschen haben ein eher gespaltenes Verhältnis zum Winter, wie mir scheint. Bis Weihnachten mögen wir ihn und wir träumen Jahr für Jahr von Schnee am Heiligen Abend und Glühwein trinken in bitterer Kälte. Spätestens wenn im Neuen Jahr der Alltag wieder los geht, dann geht es uns mit dem Winter allerdings auf einmal wie mit dem November. Eigentlich kann er dann nämlich weg. Es scheint für uns dann eine lästige Übergangszeit zu sein. Dabei hat der meteorologisch und kalendarisch der Winter gerade erst begonnen, wenn wir ihn schon wieder nach Hause schicken wollen. Dabei ist auch für uns Menschen diese Zeit wichtig und es kann unseren Alltag enorm bereichern, den Winter bewusst zu leben.

Draußen sein im Winter

Winterzeit ist Draußenzeit – und zwar egal bei welchem Wetter. Glücklich sind wir natürlich, wenn Schnee liegt, dann fällt es uns leicht, vor die Tür zu gehen. Schlitten zu fahren oder anderen Wintersport zu betreiben. Das tut gut und ich kann es nur empfehlen. Wer einmal zusammen mit seinem Kind einen Schneehügel runtergefahren ist, der weiß was ich meine wenn ich sage, dass ein Schneewinter den Zauber der Kindheit zurückbringen kann. Denn auf einmal ist alles wieder da – das Kribbeln im Bauch, die kalten Nasen und die roten Backen und wir könnten vor Freude kreischen – und am besten ist es, wenn  wir das dann auch tun.

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Aber was, wenn kein Schnee liegt (so wie jetzt gerade in Nordhessen?), wenn es nur ekelhaft nass ist, das Gras im Garten sich in einen matschigen Acker verwandelt hat und alle Spielgeräte auf dem Spielplatz mit einer widerlichen Eiswasserschicht überzogen sind? Trotzdem raus gehen. Für Kinder ist die Erfahrung unterschiedlicher Temperaturen und Wetterzustände wichtig und sie sollten sie mit allen Sinnen machen. Mit gefütterten Matschhosen, gefütterten Gummistiefeln oder wasserfesten Winterschuhen steht Pfützenspringen und Eisreste sammeln nichts im Wege und danach schmecken ein heißer Tee oder ein Kakao auch viel besser. Das Immunsystem freut sich oben drein und wer nach einem solchen nass-kalten Ausflug eine Erkältung hat, der hätte sie ohnehin bekommen.

Im Haus sein im Winter

Trotz alle dem – Winterzeit ist natürlich auch Drinnenzeit. Die Tage sind im Moment noch relativ kurz und wenn unsere Kinder aus der Schule oder dem Kindergarten nach Hause kommen oder aus dem Mittagsschlaf erwachen, bleibt oft gar nicht mehr so viel Zeit, um draußen Lichtstrahlen zu sammeln. Am besten holt man sich den Winter dann ins Haus, zum Beispiel mit einer eigenen Schneelandschaft am Fenster.

Das geht ganz einfach. Schneidet aus braunem Tonpapier kahle Bäume aus (überall im Netz gibt es schöne Vorlagen) oder lasst die Kinder selbst welche entwerfen und zurecht schneiden. Diese Bäume werden mit doppelseitigem Klebeband an den Fensterscheiben befestigt und dann kommt der Schnee. Wir machen ihn mit Watte und einer fettigen Creme. Aus der Wetter formen wir kleine Kugeln oder kurze längliche Stücke. Diese werden in die Creme getaucht und so am Fenster festgeklebt. Das hält super über mehrere Wochen.

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Auch vor der Haustür kann man die Reste der Weihnachtsdeko noch schön winterlich gestalten. Beispielsweise mit diesen Schneemännern aus Erdnüssen. Wie wir die machen, das verrate ich euch nächste Woche – der Winter dauert schließlich noch ein bisschen.

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Und eins, das ist der Winter natürlich auch noch: Kuschelzeit. Im Winter kommt die Natur zur Ruhe und eigentlich, zumindest war es so einmal gedacht, auch der Mensch. In den wenigen hellen Stunden sicherten unsere Vorfahren ihr überleben, in den vielen dunklen, kalten Stunden saßen sie am Feuer, erzählten, waren nah beisammen und schliefen viel. Uns fällt das leider oft erst ein, wenn uns die erste größere Infektwelle des Winters danieder geschmettert hat – darum möchte ich euch heute einfach mal so daran erinnern. Winterzeit, das ist auch Ruhezeit. Zeit für die Kinder, Zeit für euch, Zeit zum Kuscheln, Zeit, um einfach mal früher ins Bett zu gehen. Leert die Terminkalender, macht Platz für Winterabende zu Hause – sorgt für euch, damit ihr gut über den Winter kommt.

Eure Daniela

 

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