Advent hinter schmutzigen Fenstern

Ihr Lieben,

ich hätte euch viel zu erzählen. Zum Beispiel, wie es doch noch Advent wurde bei mir zu Hause und im Herzen.

Aber auch, warum auf meinem Tisch wieder der olle Holzkranz mit den Rentieren steht, den mein Mann und ich vor mehr als 10 Jahren auf irgendeinem Weihnachtsmarkt gefunden haben.

20161130_091741

Weiterlesen

Advertisements

Zwischen November und Advent

Ich stecke irgendwie fest. Ich hänge zwischen November und Advent. Ich mag das grau und die Dunkelheit. Ich mag es, mich düsteren Tagen und Erinnerungen zu stellen. Ich möchte im November keine Lichter. Mein Vater hat mir beigebracht, dass man das Haus nicht vor Totensonntag schmückt und ich habe das verinnerlicht und ich bin ihm so dankbar, dass er in meinem Herzen einen Platz geschaffen hat für die dunkle Seite des Lebens. Weiterlesen

Sonntagsfreude am 20.11.2016

Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine 
Sonntagsfreude sind 🙂

Idee von Maria von Kreativberg,

weitergeführt bei Rita.

Nachdem die Freitagspizza ausfiel, zeige ich euch unsere Sonntagsfreude (die der Grund dafür war, dass die Freitagspizza ausgefallen ist).

Unsere Kleinste ist nun schon zwei Jahre alt.

img_1264

Eine rauschende Party mit ein paar unserer liebsten Menschen ersetzte unseren Familien-Pizza-Freitag daher.

20161120_083913

Anschließend gönnten wir uns ein echtes Gammelwochenende mit Kuchen- und Bratwurstresten, viel Ruhe und Geschwistern, die gemeinsam mit der neuen Arche der Kleinen spielten.

 

Mit Kindern über den Tod sprechen

Egal, ob sich nun ein schlimmes Ereignis, wie letztes Jahr in Paris abgespielt hat oder ob der Tod unmittelbar in unser eigenes Familienleben eingebrochen ist oder aufgrund einer schweren Krankheit im Raum steht – irgendwann kommen wir an den Punkt, an dem unsere Kinder uns Fragen zum Thema Tod und Sterben stellen. Viele Eltern sind unsicher, wie sie dieses schwere Thema mit ihren Kindern besprechen können, ohne unnötige Ängste zu schüren, aber auch ohne die Fragen und Gedanken der Kinder herunter zu spielen.

20161116_135955

Weiterlesen

Verlustängste bei Kindern

Es war ein wunderschöner Vormittag: ein langes Frühstück mit einer Freundin. Endlich mal wieder Zeit für gute, intensive Gespräche. Die Uhrzeit hatten wir ein bisschen aus dem Blick verloren und so waren es am Ende nur noch 10 Minuten, bis das Kindergartenkind abgeholt werden musste. Normalerweise wäre es zu schaffen gewesen, doch dann kam eins zum anderen: eine volle Windel beim Kleinkind und die anschließende Weigerung, sich anzuziehen. Ein LKW, der die Straße blockierte, ein auswärtiges Auto vor mir, dass mit 30 durch die 70er Zone fuhr – und so schaffte ich es nicht. Mit knapp 10 minütiger Verspätung parkte ich vor der Kita und stürmte rein. Bis dahin war ich recht ruhig gewesen. Die Vorschülerin weiß, dass ich sie abhole und dass ich manchmal etwas knapp komme. Sie wird fertig angezogen dasitzen und warten und vielleicht ein bisschen schimpfen. Doch es war ganz anders. Heftig schluchzend saß sie auf dem Schoß ihrer Erzieherin und klammerte sich dann sofort weinend an mich. Sie dachte, ich würde nicht kommen. Zuerst war ich ein bisschen ratlos über diese Reaktion, doch als ich im Auto noch länger mit ihr sprach, dämmerte es mir.

2014_08_texel776

Ich dachte, dir sei ein Unfall passiert.

Weiterlesen

Kinder und der Wahnsinn der Welt

Mama, ich habe gehört, es gibt jetzt neue Mörder!

Bis zu diesem Satz war es ein Mittagessen wie jedes andere gewesen – umgeworfene Trinkbecher, die Diskussion darüber, ob eine Mahlzeit wohl eher vor oder eher nach dem Tischgebet startet und ein paar Geschichten aus dem Kindergarten und der Schule. Doch dann platzte eins meiner Kinder mit diesem Satz heraus.

„Sie sollen so aussehen, wie Clowns“

Wir besprechen viel von dem mit unseren Kindern, was in der Welt vor sich geht – auch die schlimmen Dinge. Die Erfahrung zeigt uns immer wieder, dass sich der Schrecken der Welt leider nicht verheimlichen lässt und dann ist es uns lieber, die Kinder erfahren von uns und in unseren Worten, was draußen passiert.

2016-11-07-12-52-45_resized

Weiterlesen

Freitagspizza am 04.11.2016

Licht und Dunkelheit – oder die zwei verschiedenen Sichtweisen auf diese Woche.

Einerseits wirkte sie wie ein permanenter Ausnahmezustand, der langsam dabei ist Alltag zu werden. Immer ist irgendetwas, nie ist, was man eigentlich braucht. Nie ist Ruhe. Nie ist Zeit. Nie ist Kraft. Nie genüge ich – vor allem  nicht meinen Ansprüchen. Doch dann schaue ich auf die Woche und sehe ganz viel andererseits.

20161004_192816

Einerseits begann es schon am Montag. Ich hatte Suppe gekocht, für meine Mutter. Sie ist krank und braucht meine Hilfe, meine Fürsorge, meine guten Worte. Die Kinder brauchten mich auch, vor allem als Taxi zu diversen Halloweenpartys, auf die sie eingeladen waren. Also strickte ich einen engen Zeitplan und packte alles ins Auto: Kostümierte Kinder, unkostümiertes Kleinkind und Suppe und fuhr los und gab mir Mühe, den Plan zu halten. Nachdem die Kinder abgegeben waren, sollte es zu meinen Eltern gehen. Drei Orte weiter – doch am Ausgang des zweiten Ortes war Schluss. Den Polizisten, der die Straße absperrte, interessierten meine Pläne nicht und auch nicht meine Suppe. Er machte seinen Job und den musste er machen, denn auf der Strecke, die ich fahren wollte, war ein furchtbarer Unfall passiert. Noch dazu an einer Stelle, die es unmöglich machte, eine Umleitung einzurichten. Der einzig mögliche Umweg hätte Stunden gedauert. Also warten. Was für ein Mist. Einerseits. Andererseits ließ sich alles regeln, die Kinder holte jemand anders ab, das Kleinkind und ich spielten in großen Blätterhaufen und wir warteten. Es dauerte auch gar nicht so lang, wie befürchtet. Andererseits konnte ich dann zu meiner Mutter fahren, ihr Suppe bringen, mit ihr reden, sie aufmuntern und dankbar sein, dass sie gesund werden kann. Was für ein Geschenk, besonders wenn man weiß, dass die Vollsperrung der Mutter einer früheren Freundin aus Kindertagen galt. Sie konnte an diesem Abend nicht von ihren Töchtern mit Suppe besucht werden.

Dagegen war der kleine Auffahrunfall, den mein Mann am nächsten Morgen hatte, eine lächerliche Kleinigkeit. Eine kaputte Stoßstange, ein bisschen Kopfweh – einerseits. Wieder ein Vormittag, den ich nicht zu Hause, sondern im Auto, bei der Werkstatt und beim Arzt verbrachte, wieder ein Vormittag, an dem meine to-do Liste nicht kleiner wurde – andererseits.

Der Banktermin am Mittwoch nervte – einerseits, denn er kostete wieder Zeit. Andererseits darf ich dankbar sein, eine tolle Bankberaterin zu haben, die auf Dinge aufpasst, die ich vergessen würde.

Dass das Kleinkind am Donnerstag geimpft wurde und ich beim Arzt war, statt zu Hause, nervte. Sein Zustand hinterher nervte auch. Einerseits. Andererseits gab es Momente wie diesen – eine kleine Kuscheloase im vollen Alltag.

2016-11-04-13-57-53_resized

Dass das Wochenende nicht ruhiger wird, stresst mich – einerseits. Andererseits darf ich feiern. Ich darf das Leben feiern, mit meinem lieben Nachbarn von nebenan, der 70 geworden ist und um den wir uns genau vor einem Jahr um diese Zeit schlimm sorgen mussten. Und ich darf St. Martin feiern. Eins der schönsten Feste überhaupt, wie ich finde. Wir feiern es mit unseren Spielkreisen bereits am Sonntag und tragen so ein bisschen Licht in diese Welt und in das graue Novemberdunkel.

Einerseits bin ich erschlagen von dieser Woche und wünsche mir nichts mehr, als eine große Decke über meinem Kopf – und Ruhe. Andererseits hat sich die Oma heute spontan zum Babysitten angeboten und mein Mann und ich haben beschlossen, dass es die Freitagspizza heute beim Italiener gibt – nur für uns zwei. Wir feiern uns, ohne Grund, einfach so. Weil wir leben, weil wir uns haben und weil wir rocken, auch wenn wir es zwischen dicken Staubmäusen und Wäschebergen tun.