Mein wichtigstes Mama-Mantra

Heute möchte ich euch mein wichtigstes Mantra als Mama vorstellen. Ich habe es mir bereits am Ende meiner Schwangerschaft mit Kind 1 angewöhnt.

Irgendwann wurde mir nämlich alles zuviel. Mein Baby war noch nicht mal geboren, aber jeder wusste bereits etwas über diesen kleinen Menschen, der in mir heranwuchs. Jeder hatte eine Meinung dazu, wie und wo unser Sohn schlafen sollte, wann, wie und ob ich wieder arbeiten können werde, wie mein Leben zukünftig aussehen wird und welche Dinge, Rituale und Erziehungsmaßnahmen dieses Kind bräuchte. Ungefragt wurde also dieses geballte Wissen über mein Kind an mich herangetragen, mein Blutdruck stieg mit jedem guten Ratschlag und als ich mich irgendwann genau aus diesem Grund im Krankenhaus wiederfand, passierte es. Die Freundin meiner Bettnachbarin, selbst gerade junge Mutter, hatte sich ungefragt neben mich gestellt und mir erzählt, wie mein Leben in wenigen Tagen aussehen würde. Über den Boden des Flurs hörte ich das fahrbare Blutdruckmessgerät rattern und ich wusste, er würde schwindelerregende Höhen erreichen, wenn nicht sofort etwas passierte. Und so sah ich sie an, die fremde Frau, die mich nicht kannte, die ich nicht kannte, die nichts über mich wusste, außer wie mein Leben in ein paar Tagen aussehen wird und dachte – blubb!

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Ich ignorierte ihre Worte, lächelte freundlich, nickte ab und zu und stellte mir vor, aus ihrem Mund kämen nur Luftblasen und es machte blubb.

Die Krankenschwester war ziemlich überrascht, als das Messgerät einige Minuten später tatsächlich einen Wert von 120/80 anzeigte und einige Blubbs später durfte ich sogar entlassen werden.

Blubb ist seither mein Mantra. Wann immer sich jemand ungefragt in mein Leben einmischt. Wann immer jemand besser weiß als ich, was gut und was schlecht ist, wann immer jemand versucht, mir seine „gut gesicherten“ Wahrheiten zu verkaufen, denke ich einfach – blubb.

Versteht mich nicht falsch, was ich am letzten Freitag geschrieben habe, gilt weiter. Ich möchte offen sein, ich möchte diskutieren, ich möchte mich austauschen. Aber manchmal werden wir Mamas mit „guten Ratschlägen“ regelrecht erdrückt und manchmal ist offensichtlich, dass der Gegenüber gar nicht diskutieren will, sondern eine festgefahrene Meinung hat. Dann sachlich dagegen zu halten ist eine gute Sache – und kostet uns oft unendlich viel Kraft. Kraft, die wir Mamas an anderer Stelle brauchen. Unser Leben ist anstrengend genug, auch ohne Diskussionen mit geborenen Bekehrern.

Deshalb ist es ab und zu erlaubt, das Mantra blubb.

Du wirst ihm dieses Tragetuch nie abgewöhnen – blubb.

Willst du sie noch stillen, wenn sie 10 ist? – blubb.

Wenn du jetzt nicht hart bleibst, hast du verloren – blubb.

Sie manipuliert dich – blubb.

Deine Kinder werden sich nie an Regeln halten können – blubb.

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche und lasst euch nicht beirren – übrigens auch nicht von mir. Euer Weg gehört euch, geht ihn selbstsicher, aber bleibt neugierig und offen und denkt euch ab und zu  – blubb.

Eure Daniela.

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